Mo, 21. Mai 2018

Abhöraffäre in GB

03.09.2011 10:45

Murdoch kassiert trotz Skandal dicke Gehaltserhöhung

Medienmogul Rupert Murdoch hat trotz des Abhörskandals um sein britisches Boulevardblatt "News of the World" eine satte Lohnerhöhung bekommen. Der Chef des US-Konzerns News Corp. strich für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Gehaltspaket im Wert von 33,3 Millionen Dollar (23,4 Millionen Euro) ein, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht hervorgeht. Das ist fast eineinhalbmal so viel wie im Vorjahr.

Der große Sprung kam durch einen Bonus von 12,5 Millionen Dollar zustande. Sein Sohn James, der als Chef des Europageschäfts für die inzwischen eingestellte "News of the World" verantwortlich war, verzichtete dagegen auf die ihm zustehende Extrazahlung von sechs Millionen Dollar. "Ich denke, es ist der richtige Schritt, den Bonus auszuschlagen", erklärte James Murdoch am späten Freitag in London.

Mit den Geschäftsergebnissen habe diese Entscheidung nichts zu tun. Er werde mit dem zuständigen Unternehmensausschuss darüber beraten, "ob irgendein Bonus zu einem späteren Zeitpunkt angemessen" wäre. James Murdoch darf sich damit aber immer noch über 11,9 Millionen Dollar in seiner Lohntüte freuen, die sich aus Barem, Aktien und Rentenansprüchen zusammensetzt. Im Vorjahr hatte er ein Gesamtpaket über 10,3 Millionen Dollar erhalten. Ob er für das laufende Geschäftsjahr einen Bonus kassiert, soll später beratschlagt werden.

Abhörskandal erschütterte Großbritannien
Das News-Corp-Boulevardblatt "News of the World" war Anfang Juli eingestellt worden, nachdem herausgekommen war, dass seine Journalisten nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten.

Der Skandal hatte auch die britische Regierung unter Druck gesetzt, insbesondere weil Premierminister David Cameron den früheren Chefredakteur von "News of the World", Andy Coulson, als Pressechef eingestellt hatte. Die Abhöraffäre in Großbritannien hatte nicht nur das Land aufgewühlt, sondern auch die News Corp. in eine Krise gestürzt. Zum Konzern gehören Zeitungen wie das "Wall Street Journal", Fernsehsender wie Fox News sowie das Filmstudio 20th Century Fox.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden