Mo, 28. Mai 2018

Wegen fauler Kredite

03.09.2011 09:10

USA verklagen 17 Großbanken auf Schadenersatz

Die USA wollen gegen mehr als ein Dutzend Großbanken vorgehen, die mit unlauteren Hypothekengeschäften die Finanz- und Wirtschaftskrise vor drei Jahren angeheizt haben sollen. Es sei Klage gegen 17 Banken auf Schadenersatz in Milliardenhöhe eingereicht worden, erklärte die US-Finanzaufsichtsbehörde FHFA am Freitag in Washington. Von der Klage sind auch die Deutsche Bank sowie sechs weitere nicht-amerikanische Institute betroffen.

Die US-Regierung wirft den Banken vor, im Vorfeld der Bankenkrise 2008 sogenannte Giftpapiere finanzschwacher Schuldner gebündelt und als Sicherheit an Investoren vermittelt zu haben. Die Zahlungsausfälle der Schuldner hätten zum Wertverlust der Papiere beigetragen und unter anderem die größten US-Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac in Schieflage gebracht.

Beide Banken machten in der Finanzkrise fast 30 Milliarden Dollar Verlust und mussten vom Staat gerettet werden. Verbraucherschutzanwälte fordern seit Jahren, die Banken auf Schadenersatz zu verklagen. Ob es zu einem Prozess kommt, ist noch ungewiss. In den USA sind außergerichtliche Verhandlungen über eine gütliche Einigung üblich.

Neben der Deutschen Bank sind unter anderem auch die Bank of America, JP Morgan Chase, Goldman Sachs, HSBC, Credit Suisse und die Société Générale von den bei einem New Yorker Gericht eingereichten Klagen betroffen.

Banken wehren sich
Die Banken argumentieren, die Verluste der Baufinanzierer seien auf die allgemeine Wirtschaftskrise zurückzuführen gewesen. Außerdem seien die beiden Institute ausreichend erfahren gewesen, um alle Risiken einschätzen zu können. So wies auch die Bank of America in einer Erklärung vom Freitag jegliche Verantwortung zurück. Die Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac hätten auf wirtschaftliche Faktoren als Ursache für die Verluste verwiesen, so unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit, erklärte die Bank.

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