Di, 21. November 2017

Filmfestival am Lido

02.09.2011 11:49

Christoph Waltz: „Ich bewundere Roman Polanski“

Christoph Waltz hatte am Donnerstag seinen großen Auftritt bei den Filmfestspielen von Venedig. Zur Galapremiere von Roman Polanskis neuem Film "Der Gott des Gemetzels" schritt der Schauspieler im Blitzlichtgewitter mit seinen Co-Stars Kate Winslet und John C. Reilly über den roten Teppich am Lido.

Roman Polanski jedoch hatte sich nicht zur Uraufführung seines Wettbewerbsfilms in der Lagunenstadt blicken lassen. Doch die Stars des Films streuten dem umstrittenen Regisseur dafür umso mehr Rosen. "Wenn man einen Anruf von Roman Polanski bekommt, sagt man nicht nein", meinten Winslet und Reilly unisono. Und Waltz gestand, dass er den Filmemacher für seine Arbeit liebe: "Ich habe wirklich gelernt, diese Person zu bewundern."

Das tragikomische Kammerspiel nach der Vorlage von Yasmina Reza endet im Gegensatz zum Theaterstück nicht in völliger Trostlosigkeit. "Das offene Ende stammt von Roman", erzählte Reza. "Als wir gemeinsam am Drehbuch gearbeitet haben, wollte ich auch sein Universum kennenlernen - und er wollte am Ende zumindest einen Hoffnungsschimmer." Die Inszenierung funktionierte dann auch wie bei einem Theaterstück. "Wir haben zwei Wochen geprobt, haben das gesamte Skript durchgespielt", so Waltz. "In gewisser Weise hätten wir das auch auf einer Bühne aufführen können."

Die Schauspieler - Jodie Foster glänzte am Lido ebenso mit Abwesenheit wie Polanski - lobten aber nicht nur die Arbeit mit Polanski, sondern auch jene miteinander. "Roman hat gesagt, er sei nie einer so gut harmonierenden Gruppe von Schauspielern begegnet", erzählte Winslet. "Es war sehr hilfreich, dass wir alle unterschiedliche Zugänge zu unserer Arbeit haben", meinte Waltz, "das hat den jeweils individuellen Zugang erhalten." Und Reilly, den man eher aus Komödien mit Will Ferrell kennt, ergänzte: "Es waren sehr intensive sechs Wochen in diesem Apartment. Aber ich bin froh, dabei gewesen zu sein."

Für Amüsement hat in dem Film nicht zuletzt eine Szene gesorgt, in der Kate Winslet sich über dem Wohnzimmertisch übergibt und dabei ein Kokoschka-Buch verunstaltet. "Es war wahnsinnig komisch, diese Szene zu drehen", grinste die Schauspielerin, die in diesem Jahr in Venedig auch in Todd Haynes' "Mildred Pierce" eine ähnliche Szene hat. "Wir haben zusätzlich aber auch Computereffekte verwendet", erklärte Winslet, da doch eine Menge Material im Spiel war. Und Waltz schmunzelte, in Anlehnung an eine Dialogszene aus dem Film: "Das Rezept stammt übrigens von Roman."

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