Mo, 19. Februar 2018

Buch-Affäre

30.08.2011 15:08

Genervter Löw zu Lahm: "Das steht niemandem zu"

DFB-Teamchef Joachim Löw hat Philipp Lahm nochmals für Passagen in seinem umstrittenen Buch "Der feine Unterschied" gerügt. "Ich persönlich finde es nicht glücklich, wenn man als aktueller Spieler in der Öffentlichkeit über Trainer urteilt. Das steht niemandem zu", sagte der ehemalige Austria-Coach. Das Fazit von Lahm: Es sei ein "Fehler" gewesen, als aktiver Spieler über ehemalige Trainer geschrieben zu haben.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Düsseldorf stellte Löw trotz aller Kritik klar, dass sich "an unserem vertrauensvollen Verhältnis" selbstverständlich nichts ändern werde. Der Teamchef bezeichnete den Münchner "als authentisch, als ehrlich" und "als klar in seinen Vorstellungen".

Eine Absetzung von Lahm als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft sei in dem Gespräch der sportlichen Leitung mit Lahm am Montagabend nicht zur Diskussion gestanden. Schließlich habe Lahm "keine Interna aus der Mannschaft" verraten.

Lahm kleinlaut: "Werde mich daran halten"
Der Kapitän zeigte sich nach einigen "nicht so angenehmen Tagen" reumütig. Der 27-Jährige bezeichnete es erstmals als "Fehler", als aktiver Spieler über ehemalige Trainer geschrieben zu haben. "Ich werde nicht mehr über Trainer urteilen. Wenn der Bundestrainer das so will, werde ich mich daran halten", beteuerte Lahm.

Das Buch zu schreiben, sei jedoch "kein Fehler" gewesen, bekräftigte er erneut. Lahm hatte die Arbeitsmethoden des früheren DFB-Teamchefs Rudi Völler sowie ehemaliger Bayern-Trainer wie Jürgen Klinsmann, Felix Magath und Louis van Gaal teilweise infrage gestellt.

Löw von Buch-Kontroverse genervt
Löw äußerte bei der Pressekonferenz eindringlich den Wunsch, dass die Causa Lahm damit zumindest teamintern erledigt sei. "Es stört, dass wir tagelang andere Themen diskutieren", sagte der Bundestrainer. Er forderte dazu auf, sich ab sofort nur noch auf das EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Gelsenkirchen gegen Österreich zu fokussieren. "Wir brauchen noch einen Sieg, um für die EM planen zu können. Es ist nötig, uns auf den Fußball zu konzentrieren", erklärte Löw.

Gegen Österreich und im Testspiel vier Tage später in Danzig gegen Polen muss Löw auch auf Mittelfeldspieler Sven Bender verzichten. Der Dortmunder fällt wegen einer Verletzung am Sprunggelenk aus. Zuvor hatten verletzungsbedingt bereits Sami Khedira, Mario Gomez und Marco Reus absagen müssen. Löw hatte für Gomez den Stuttgarter Cacau nachnominiert. Einen Ersatz für Bender will er nicht nachholen. "18 Feldspieler und drei Torhüter genügen."

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