Sa, 25. November 2017

Der „Tod“ schlug zu

30.08.2011 11:37

Ausgelassene Feier nach Salzburgs 600. „Jedermann“

Es endete, wie es begonnen hatte – ein geschätztes Dutzend Mal schlug Jedermann-Tod Ben Becker auf den Zapfhahn, dann spritzte das Bier und endlich ließen sich die Krüge füllen. Einen Tag vor dem offiziellen Festspiel-Ende ging am Montagabend in Salzburg die diesjährige Jedermann-Saison zu Ende. Genauso zünftig wie bei der Premierenfeier im Biergarten ist auch nach der letzten Vorstellung in der Stiegl-Brauwelt noch einmal die Nacht zum Tag geworden (Bild).

Einzig Hauptdarsteller Nicholas Ofczarek musste Bier und Salzburger Buffet entsagen – er war gesundheitlich angeschlagen, spielte trotzdem einmal mehr glänzend das "Leben und Sterben eines reichen Mannes", verbeugte sich beim Schlussapplaus und fuhr dann gleich in Richtung Wien ab.

Festspiel-Sommer voller Wetterkapriolen
Der letzte Jedermann 2011 war genau der 600. in der 91-jährigen Festspielgeschichte. Und heuer hatte man mit allen Wetterkapriolen zu kämpfen, die ein Salzburger Sommer so bieten kann. Kalte Temperaturen, bei denen nicht wenige in Decken gehüllt die zwei Stunden am Domplatz saßen; eine Aufführung, bei der man bereits nach 20 Minuten wegen Schnürlregens ins Große Festspielhaus übersiedeln musste; und dann die große Hitze der vergangenen Woche. "Die Feuerwehr hat 59 Grad auf der Bühne gemessen, bei 60 Grad hätten wir wegen der pyrotechnischen Effekte nicht mehr spielen dürfen", so "Teufel"-Darsteller Peter Jordan.

Minichmayr wehmütig, Becker verspätet
Hitze hin, Wetter her – Buhlschaft Birgit Minichmayr sah am Montag das Ende mit Wehmut: "Wenn der letzte Jedermann vorbei ist, ist leider auch der Sommer vorbei. Und der Herbst ist nicht so meine Jahreszeit. Ab nächster Woche probe ich in München für ein neues Stück, dann bereite ich mich auf eine Filmrolle vor, privat übersiedle ich in eine andere Wohnung und stehe inmitten lauter Übersiedlungskartons."

Ben Becker stieß erst mit Verspätung zur Feierrunde, nachdem er eine mehr als einstündige Abschmink-Prozedur über sich ergehen lassen hatte: "Schaut ganz so aus, dass ich nächstes Jahr wieder dabei bin. Aber vorerst bleibe ich den Österreichern sowieso erhalten. Ich spiele jetzt in Wien Theater."

Ebenfalls unter den Gästen: das Festspiel-Trio Präsidentin Helga Rabl-Stadler samt ihren beiden scheidenden "Männer", Intendant Markus Hinterhäuser und Schauspielchef Thomas Oberender, sowie der vermutlich treueste Jedermann-Besucher der vergangenen Jahre, Medienmanager Hans Mahr: "Seit 1973 war ich jedes Jahr hier und habe den Jedermann mitunter bis zu dreimal in einem Jahr gesehen. Von den insgesamt 600 Vorstellungen war ich 40 Mal selbst dabei, beim 50er gibt's dann auch ein Fest."

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