Mi, 21. Februar 2018

UEFA-Urteil

15.04.2005 21:41

Strafe für Inter: 6 EC-Spiele ohne Publikum

Inter Mailand darf seine nächsten sechs Heimspiele im Europapokal nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen, so ahndete die Kontroll- und Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union UEFA am Freitag in Nyon die schweren Ausschreitungen von Inter-Fans beim Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den AC Milan. Die Begegnung wird mit 3:0 für Milan gewertet.

Die ersten vier Spiele sind als unbedingte Sperre verhängt, die zwei überigen auf Bewährung für die kommenden zwei Jahre. Dazu kommt noch eine Geldstrafe für Mailand in Höhe von umgerechnet über 193.000 Euro.

Die Partie im Giuseppe-Meazza-Stadion war am Dienstagabend in der 75. Minute von Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern) beim Stand 1:0 für den AC Mailand abgebrochen worden. Zuvor hatten Inter-Fans Feuerwerkskörper auf den Rasen geworfen und dabei AC- Torwart Dida verletzt.

Unterdessen gingen die Ermittlungen der Mailänder Polizei weiter. Die ersten, gleich nach dem Skandal-Derby verhafteten Randalierer wurden bereits von einem Schnellgericht zu drei Jahren Stadionverbot verurteilt. Inter kündigte an, sich in den weiteren anstehenden Verfahren als Nebenkläger einzuschalten. Der AC Mailand und der durch einen Feuerwerkskörper an der Schulter verletzte Dida verzichteten auf eine Anzeige.

Inter-Besitzer Massimo Moratti wies Rücktrittsgerüchte zurück. "Ich werde mein Inter und seine Fans verteidigen", sagte der 59- Jährige. "Es gibt 80.000 Gründe, jetzt nicht aufzugeben", betonte der Öl-Magnat, dass die überwaltigende Mehrheit der Inter-Fans im Derby friedlich gewesen sei und nur "rund 200 Personen das verursacht haben, was die ganze Welt gesehen hat". Vor dem Serie-A-Heimspiel am Wochenende gegen Cagliari fürchtet man in Mailand allerdings neue Ausschreitungen.

"Null-Toleranz"-Aktion
Auf heftige Kritik ist auch am Freitag die "Null-Toleranz"- Aktion des italienischen Fußball-Verbandes (FIGC) als Reaktion auf das Skandal-Derby gestoßen. "Jeder Club hat eine Reihe von verrückten Fans, die dem Club schaden, wenn sie wissen wie", meinte Brescias Club- Präsident Gino Corrioni. Die Entscheidung von FIGC-Präsident Franco Carraro, alle Spiele bei Ausschreitungen vor Anpfiff vom Polizeichef abzusagen und bei Randale während der Begegnung vom Schiedsrichter sofort abzubrechen und mit 0:3 gegen den verantwortlichen Club zu werten, bezeichnete Corrioni als "Wahnsinn". Auch die Fan-Clubs kritisieren die neuen Anti-Randale-Regeln. "So kann jeder die Ergebnisse manipulieren", befürchten sie.

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