So, 27. Mai 2018

"Gewaltiger Verlust"

28.08.2011 09:57

Al-Kaidas Nummer zwei bei US-Angriff in Pakistan getötet

Den USA ist nach dem Tod von Osama bin Laden offenbar ein weiterer Schlag gegen die Al-Kaida gelungen. Die angebliche Nummer zwei des islamistischen Terrornetzwerkes, der Libyer Atiyah Abd al-Rahman, ist in Pakistan getötet worden, wie ein ranghoher US-Regierungsvertreter am Samstag bestätigte.

Al-Rahman kam laut Angaben des Regierungsbeamten bereits am 22. August in dem Stammesgebiet Waziristan ums Leben. Am selben Tag hatte es in der Region einen Drohnenangriff gegeben. Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hatte es bereits im Oktober vorigen Jahres geheißen, Al-Rahman sei bei einem US-Drohnenangriff in Pakistan ums Leben gekommen.

Der Libyer war vom damaligen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden zum Iran-Beauftragten bestimmt worden und sollte neue Terroristen rekrutieren. Er soll sich zusammen mit Bin Laden im Herbst 2001 in das unwegsame afghanisch-pakistanische Grenzgebiet zurückgezogen haben. Nach der Tötung Bin Ladens in diesem Mai durch ein US-Spezialkommando sei er zur Nummer zwei der Terrororganisation aufgestiegen, hieß es weiter.

"Gewaltiger Verlust für Al-Kaida"
"Sein Tod ist ein gewaltiger Verlust für Al-Kaida", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen US-Regierungsinsider. Das Netzwerk habe darauf gesetzt, dass er die Organisation nach Bin Ladens Tod zusammenhalte. Daten und Aufzeichnungen, die US-Ermittler in Bin Ladens Versteck fanden, hätten gezeigt, dass er in der Vergangenheit tief in Al-Kaida-Operationen involviert gewesen sei und dass er mehrere Verantwortlichkeiten in der Organisation hatte. Bin Ladens Nachfolger Ayman al-Zawahiri habe sich in vielen Bereichen auf Al-Rahman gestützt.

Das deutsche Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte im Mai berichtet, Al-Rahman habe offenbar von Pakistan aus auch die drei Männer geleitet, die Ende April in Düsseldorf unter Terrorverdacht festgenommen wurden. Sie waren laut deutscher Bundesanwaltschaft von einem ranghohen Al-Kaida-Mitglied beauftragt worden, in Deutschland Anschläge zu begehen.

Die Beschuldigten sollen seit Dezember 2010 ein Attentat im Raum Düsseldorf vorbereitet haben und suchten nach Wegen, Chemikalien für den Bombenbau zu beschaffen. Dem Bericht zufolge wandte sich Al-Rahman zunächst an den Marokkaner Abdeladim el-K., der als Kopf der Zelle gilt. Später hätten die Düsseldorfer aber offenbar den Kontakt verloren.

Anschläge zum zehnten Jahresstag von 9/11 geplant?
Al-Rahman soll sich Bin Laden bereits in den 1990er-Jahren angeschlossen haben. Wie das "Wall Street Journal" im Juli berichtete, soll Bin Laden gemeinsam mit Al-Rahman zum zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA neue Terrorpläne geschmiedet haben. Es gebe jedoch keinen Beleg dafür, dass das "entstehende Komplott" zur Ausführung gekommen wäre, berichtete das Blatt damals.

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