Sa, 24. Februar 2018

Gefährlicher Tausch

27.08.2011 12:43

GB: Schmerzmittel-Rückrufaktion nach Sabotageakt

Ein gefährlicher Sabotageakt sorgt derzeit in Großbritannien für Aufregung. Der Pharmahersteller Reckitt Benckiser musste eine Rückrufaktion für sein Schmerzmittel Nurofen Plus starten, nachdem in einigen Packungen anstelle des Schmerzmittels ein Schizophrenie- bzw. ein Epilepsie-Medikament entdeckt worden war. Reckitt Benckiser und die Polizei suchen nun fieberhaft nach den Verantwortlichen. Medienberichten zufolge könnte es sich um eine Protestaktion gegen Tierversuche handeln.

Eine Packung mit vertauschtem Inhalt sei in Nordirland entdeckt worden, berichtete die BBC am Samstag. Hier sei das kodeinhaltige Schmerzmittel mit dem Schizophrenie-Medikament Seroquel XL des Pharmaherstellers AstraZeneca UK vertauscht worden. Im Raum London seien vier Packungen mit dem Psychopharmakon gefunden worden. In einer weiteren Charge wurde hingegen das Epilepsie-Medikament Neurontin der Firma Pfizer entdeckt, berichtete die Tageszeitung "The Guardian".

Fehler bei Produktion ausgeschlossen
Reckitt Benckiser ruft nun rund 250.000 Packungen des Schmerzmittels Nurofen Plus zurück. Die Rückrufaktion sei auf Großbritannien beschränkt. Einen Fehler im Produktionsprozess konnte die Pharmafirma rasch ausschließen, da die falschen Medikamente anderen Herstellerfirmen und Produktionsorten zugeordnet werden konnten. Die Produktionszyklen sind komplett voneinander getrennt, die Vertauschung hätte nur in den Lagerhallen eines Großhändlers passiert sein können. Doch auch hier sei ein Versehen nur schwer vorstellbar, hieß es. Während Nurofen Plus in schwarz-silberfarbene Sichtverpackungen (Bild) eingeschweißt ist, dominiert bei Seroquel die Farbe Gold.

Protest gegen Tierversuche als Motiv?
Da eine Vertauschung somit unwahrscheinlich ist, wird nun in Richtung Sabotageakt ermittelt. "Wir arbeiten mit der Polizei bei den Ermittlungen zusammen, um die Person zu finden, die dafür verantwortlich ist", hieß es vonseiten des Unternehmens. Wie es zu den potenziell gefährlichen Umverpackungen kommen konnte, war zunächst nicht klar. Laut Berichten in der "Daily Mail" und dem "Independent" steht nicht fest, ob eine militante Gruppe oder ein Einzeltäter hinter dem Sabotageakt steht. Als mögliches Motiv wurde ein Protest gegen Tierversuche bei Reckitt Benckiser genannt. Das Absurde daran: Für die betroffenen Nurofen-Präparate gebe es keine Tierversuche, beschwört der Hersteller.

Gesundheitsexperten erklärten, die versehentliche Einnahme von Seroquel durch eine gesunde Person werde wahrscheinlich keine andere Wirkung als Müdigkeit hervorrufen. Menschen mit Gesundheitsproblemen sollten aber auf jeden Fall einen Arzt oder Apotheker konsultieren, sollten sie statt des Schmerzmittels das Psychopharmakon eingenommen haben.

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