Sa, 26. Mai 2018

Gebäude in Flammen

26.08.2011 07:24

52 Tote bei Anschlag auf Casino in Mexiko

Bei einem Überfall auf ein Spielcasino in der mexikanischen Stadt Monterrey sind 52 Menschen getötet worden. Die Angreifer hatten am Donnerstagnachmittag Ortszeit das Gebäude gestürmt und in Brand gesetzt. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Jedoch tobt in Mexiko seit Jahren ein Drogenkrieg. Präsident Felipe Calderon sprach von einem Terrorakt.

Nach Augenzeugenberichten waren die schwer bewaffneten Angreifer gegen 15.30 Uhr in das Casino "Royale" eingedrungen. Sie überwältigten die Wachleute, schrien Gäste und Angestellte an, das Gebäude zu verlassen, gossen Benzin aus und setzten es in Brand. In einigen Berichten war auch von Schüssen und Granatenexplosionen die Rede.

Die Zeitung "Milenio" berichtete unter Berufung auf Überlebende, ein Notausgang sei verschlossen gewesen. Der Zivilschutz habe mit einem Bagger Wände einreißen müssen, um die verzweifelten Menschen aus dem Feuer-Inferno retten zu können.

Erst Schüsse, dann Explosion
"Es waren Schuss-Salven zu hören, dann gab es eine Explosion", berichtete eine Überlebende. "Uns kam der Gedanke, in Richtung der Tiefgarage zu flüchten und von dort auf die Straße zu gelangen. Aber wir wurden in den zweiten Stock zu einem Notausgang geleitet, der abgesperrt war." Zahlreiche Menschen suchten zudem Zuflucht auf den Toiletten und erstickten.

Bis spät in die Nacht holten Rettungskräfte Tote und Verletzte aus dem in Flammen stehenden Casino. 45 der Todesopfer - 35 Frauen und zehn Männer - konnten bisher identifiziert werden. Nach Angaben örtlicher Behörden wurden zudem mindestens zehn Menschen verletzt. Der Gouverneur des Bundesstaates Nuevo Leon, Rodrigo Medina, sprach von sechs Tätern, die in zwei Autos vorgefahren seien.

Schutzgeld-Erpressung als Motiv?
Über die genauen Hintergründe der Tat war aber zunächst nichts bekannt. Der Anschlag trifft das von Drogenkrieg und Gewalt heimgesuchte Land hart. Nach einem Bericht der Zeitung "El Universal" hält es der Generalstaatsanwalt von Nuevo Leon, Adrian de la Garza, für möglich, dass ein Drogenkartell hinter dem Überfall stecken könnte. Casinos seien öfter das Ziel von Schutzgeld-Erpressung.

"Akt des Terrors und der Barbarei"
Mexikos Präsident Calderon verurteilte die Bluttat als einen "Akt des Terrors und der Barbarei". Über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter versprach er, alles zu tun, um die Schuldigen zu bestrafen. "Solche verwerflichen Taten verpflichten uns, im Kampf gegen diese skrupellosen kriminellen Banden beharrlich zu sein", ergänzte er.

Monterrey im Norden Mexikos ist das wichtigste Industriezentrum des Landes und seit Monaten eine der vom Drogenkrieg am schwersten betroffenen Städte des Landes. Insgesamt hat der Drogenkrieg in Mexiko seit Ende 2006 mehr als 40.000 Menschenleben gefordert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden