Sa, 24. Februar 2018

Um 5 Mrd. Dollar

25.08.2011 19:13

US-Großinvestor Buffett steigt bei Bank of America ein

Als Retter in der Not ist am Donnerstag erneut die US-Investorenlegende Warren Buffett (Bild) in Erscheinung getreten. Seine Ankündigung der angeschlagenen Großbank Bank of America unter die Arme zu greifen und für 5 Milliarden US-Dollar (3,47 Milliarden Euro) Vorzugsaktien des Geldinstituts zu kaufen, wurde an der Börse mit einem kräftigen Kursaufschlag gefeiert. Ein Investment von Buffett gilt als Ritterschlag in der Finanzwelt und löst oft einen Ansturm anderer Investoren aus

Die Bank of America ist derzeit der größte Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Im zweiten Quartal hatte das Institut ein Rekordminus von 9,1 Milliarden Dollar verbucht. Hauptverantwortlich dafür waren windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit, für die die Bank nun auch Schadensersatz zahlen muss. Zuletzt tauchten zudem immer mehr Zweifel am Zustand des Kreditportfolios auf. Hinzu kam eine weitere milliardenschwere Schadensersatzklage des Versicherungskonzerns American International Group.

Buffet lobt Geldhaus überschwänglich
"Bank of America ist ein starkes, gut geführtes Unternehmen", ließ sich Buffett am Donnerstag nach Bekanntwerden seines geplanten Einkaufs bei der Großbank zitieren. "Ich bin von den gewinnbringenden Fähigkeiten des Unternehmens beeindruckt. Und sie handeln konsequent, um ihre Herausforderung hinter sich zu lassen", so der Investor. Für die Vorzugsaktien der Bank of America wird Buffets Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway nun sechs Prozent Dividende pro Jahr kassieren.

Die Aktien der Bank of America legten am Donnerstagnachmittag um 13,45 Prozent auf 7,93 Dollar zu und waren damit unangefochtener Spitzenreiter im insgesamt schwächer tendierenden Dow Jones Industrial. An den vergangenen Tagen waren die Titel unter die Räder geraten, weil Gerüchte auf dem Parkett umgegangen waren, wonach die Bank ihr Kapital erhöhen müsse.

"Gute Tat" mit zehn Prozent Dividende
Buffett hatte in der Finanzkrise unter anderem bereits der Investmentbank Goldman Sachs mit einer ebenfalls 5 Milliarden schweren Geldspritze geholfen und damit sein Vertrauen in das Geldhaus demonstriert. Die "gute Tat" hatte sich der gewiefte Investor mit einer üppigen Dividende von rund zehn Prozent vergüten lassen. Bei der Rückzahlung in diesem Jahr wurde zudem ein Aufschlag fällig. Buffett ist außerdem der größte Anteilseigner bei der US-Bank Wells Fargo.

Auch dem Industriekonzern General Electric (GE) war Buffet im Oktober 2008 - nur wenige Tage nach der Lehman-Pleite - mit einer Finanzspritze von 3 Milliarden Dollar beiseite gesprungen und hatte dafür im Gegenzug Vorzugsaktien erhalten. Die Finanzsparte hatte dem Konzern beim Crash des US-Immobilienmarktes massive Verluste eingebrockt. Im Oktober dieses Jahres will GE Buffet auszahlen - samt üppiger zehn Prozent Dividende. Der Investor hatte auch der schweizerischen Rückversicherung Swiss Re großzügig Geld geliehen.

Weltumspannendes Konglomerat
Der 80-Jährige ist nach einer Auflistung des US-Magazins Forbes der drittreichste Mensch der Welt mit einem Vermögen von 50 Milliarden Dollar. Mit Berkshire Hathaway hat Buffett eines der erfolgreichsten Konglomerate aller Zeiten aufgebaut. Dazu gehören rund 80 Tochterfirmen von Bekleidungsherstellern (Fruit of the Loom) über Versicherer (Geico) bis hin zu einer Eisenbahngesellschaft (Burlington Northern Santa Fe). Darüber hinaus ist Berkshire Hathaway an einer Reihe von US-Großkonzernen beteiligt, aber auch am deutschen Rückversicherungskonzern Munich Re.

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