So, 18. Februar 2018

Wie schon 2010

23.08.2011 15:06

Steirische "Robin Hood"-Airline erneut insolvent

Am frühen Dienstagnachmittag ist es fix geworden – die steirische Regionalfluglinie "Robin Hood" ist nun schon zum zweiten Mal nach März 2010 in die Insolvenz geschlittert. Das Unternehmen selbst brachte am Grazer Landesgericht für Zivilrechtssachen einen Insolvenzantrag ein, der zu Mittag angenommen wurde.

Ein Vermögensstatus liegt noch nicht vor, wie die Kreditschützer des Alpenländischen Kreditorenverbands und Kreditschutzverband angaben. Das Unternehmen hatte noch am Montag den Geschäftsführer ausgetauscht. 21 Dienstnehmer sind von der Pleite betroffen.

Bisher sind weder die Zahl der Gläubiger noch die Aktiva und Passiva bekannt. Laut Kreditschutzverband reiche die aktuelle Liquidität nicht einmal aus, um die derzeit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von rund 400.000 Euro "in angemessener Frist" zu decken. Den anstehenden Zahlungen gegenüber steht laut AKV ein Bankguthaben von nur 54.000 Euro.

Wirtschaftskrise und schwieriges Marktumfeld
Das Unternehmen führt die Insolvenz darauf zurück, dass man trotz des erfolgreichen Zwangsausgleiches von 2010 mit den Folgen der Wirtschaftskrise und einem sehr schwierigen Marktumfeld konfrontiert gewesen sei. Umfassende Restrukturierungsbemühungen hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht, sodass die 2005 gegründete Gesellschaft neuerlich insolvent geworden sei. Der AKV teilte mit, dass es auch unterschiedliche Auffassungen der Dritteleigentümer Raimund Pammer und Helmut Rieder über die zukünftige Ausrichtung gegeben haben könnte. Pammer habe eine Ablöse seiner Gesellschaftsanteile angestrebt.

Tagesaktuell geführtes Rechnungswesen fehlte
Die Flugzeuge gehören nicht der Robin Hood Aviation GmbH selbst, sondern werden von einem verbundenen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Hier dürften dem AKV zufolge nicht einmal die vereinbarten Mieten beglichen worden sein, dennoch seien im Rahmen des Tagesgeschäftes offenbar Verluste erzielt worden. Bemerkenswert sei, dass "Robin Hood" im Insolvenzantrag selbst ausführe, aufgrund eines nicht tagesaktuell geführten Rechnungswesens nicht einmal in der Lage zu sein, einen Vermögensstatus vorzulegen.

Heimatbasis war Graz, von wo aus Linien- und Charterflüge nach Zürich und Linz durchgeführt wurden. Der Flugbetrieb wurde zwischenzeitlich eingestellt, das Unternehmen soll geschlossen werden. Wie der Airport Graz mitteilte, sind bis Mittwoch ohnehin keine Flüge angemeldet gewesen.

Stets emsiger "Robin Hood"-Gründer
"Robin Hood" steht zu 67,6 Prozent im Eigentum der Alpha & Omega Vermögensverwaltungs GmbH und zu 29,8 Prozent im Eigentum der Bewina GmbH, Gründer Georg Pommer hält noch 2,6 Prozent. Pommer war bereits Geschäftsführer der Styrian Airways gewesen, die im März 2006 – als er nicht mehr im Unternehmen war – in die Insolvenz flog. Einem weiteren Pommer-Projekt, der "Fairline", war ebenso wenig langfristiger Erfolg beschieden wie nun der "Robin Hood": Die "Fairline" hielt im Jahr 2003 rund ein Jahr durch.

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