Fr, 25. Mai 2018

Verwirrung in Libyen

23.08.2011 07:19

Gadafi-Sohn frei: 'Das Rückgrat der Rebellen gebrochen'

Die Situation in Libyen bleibt unübersichtlich: Hatte es am Montag noch nach einem schnellen Sieg der Aufständischen gegen Machthaber Muammar al-Gadafi ausgesehen, so zeigt ein Auftritt seines Sohnes Saif al-Islam in der Nacht auf Dienstag, dass die alten Kräfte zumindest bereit sind, zurückzuschlagen. Vor Journalisten behauptete der 39-jährige Gadafi-Spross sogar, die Regierung habe die Rebellen bewusst in einen Hinterhalt gelockt und ihnen nun "das Rückgrat gebrochen".

Dabei sollte Saif al-Islam Gadafi gar nicht mehr in Freiheit sein, denn die Rebellen hatten in der Nacht auf Montag seine Festnahme vermeldet - dem ist aber offensichtlich nicht so.

"Gekommen, um Lügen zu widerlegen"
Er und andere Journalisten hätten Saif al-Islam in der Nacht zum Dienstag vor der Residenz seines Vaters getroffen, sagte ein AFP-Korrespondent. Saif al-Islam sei in einem gepanzerten Geländewagen angekommen, habe sich vor ein Gebäude gestellt, dass 1986 von den USA bombardiert worden war, und habe gesagt: "Ich bin gekommen, um die Lügen zu widerlegen." Dutzende Anhänger Gadafis hätten ihn mit libyschen Fahnen und Porträts des Machthabers und seines Sohns empfangen.

CNN-Korrespondent Matthew Chance wiederum berichtete, Saif sei überraschend im Rixos-Hotel von Tripolis aufgetaucht, in dem zahlreiche internationale Journalisten untergebracht sind. Dabei habe der 39-Jährige auch erklärt, die Hauptstadt sei unter der Kontrolle regierungstreuer Truppen. Man habe die Rebellen nach Tripolis "in eine Falle gelockt" und ihnen "das Rückgrat gebrochen". Zudem vermeldete er, dass Machthaber Gadafi und seine Familie sich nach wie vor in Tripolis aufhielten. Anschließend sei Saif al-Islam in einem gepanzerten Fahrzeug davongefahren, sagte Chance.

Unklarheiten über Festnahme Saifs
Ein BBC-Korrespondent sagte, es sei unklar, ob der Gadafi-Sohn nach einer Festnahme später wieder freigekommen sei oder ob er sich überhaupt nicht in den Händen der Rebellen befunden habe. Die Rebellen hatten in der Nacht auf Montag die Festnahme Saif al-Islams gemeldet, später wurden die Informationen vom Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, bestätigt. Saif al-Islam galt lange Zeit als möglicher Nachfolger seines Vaters und war in den vergangenen Wochen wiederholt als dessen Sprachrohr aufgetreten. Er wird ebenso wie Gadafi vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit per Haftbefehl gesucht.

Die Rebellen berichteten am Dienstag auch, dass Gadafis ältester Sohn Mohammed geflüchtet sei. Er sei seinen Bewachern entkommen, bestätigte ein ranghoher Vertreter der Aufständischen in Bengasi. Damit befindet sich nur mehr, wenn überhaupt, Al-Saadi Gadafi in Verwahrung der Aufständischen. Er war angeblich zusammen mit Saif verhaftet worden.

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