So, 25. Februar 2018

Heilende Potenzen

30.03.2006 16:47

Homöopathie: kleine Kugeln - große Wirkung

Homöopathie ist „in“, immer mehr Menschen kommen drauf, dass diese ungewöhnliche alternative Heilmethode viel bewirkt. Dabei könnte man fast glauben, dass Zauberei im Spiel ist, denn schulmedizinisch zu erklären ist die Wirksamkeit kaum. In den homöopathischen Medikamenten ist der Wirkstoff so gut wie gar nicht vorhanden...

Der Grundsatz dieser Heilmethode ist, „Ähnliches durch Ähnliches“ zu heilen, also Krankheiten mit stark verdünnten (potenzierten) Substanzen, die der Krankheit ähnliche Symptome hervorrufen, zu bekämpfen.  

Genaue Abstimmung auf die Beschwerden
Zur homöopathischen Behandlung gehören unter anderem genaue klinische Untersuchung, Befragung des Patienten zu allen sonstigen körperlichen und psychischen Befindlichkeiten. Der Patient braucht die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und genauen Beschreibung. Je deutlicher er die Art der Beschwerden, wann und wie sie auftreten, beschreiben kann, desto besser können die entsprechenden Mittel auf sein individuelles Problem abgestimmt werden. Beispiel Heuschnupfen: Da geht es nicht einfach darum, ob man Schnupfen hat. Bewertet wird, ob die Nase trocken, verstopft oder wässrig ist, ob das Sekret mild ist oder wund macht, werden Beschwerden bei Wärme schlimmer, treten Niesanfälle auf usw. 

Ergänzend zur homöopathischen Behandlung soll der Patient den Lebensstil entsprechend anpassen. Die Wirkung der verwendeten Substanzen beruht auf der so genannten Potenzierung einer "Urtinktur", das heißt sie wird verdünnt. Die Wirkung ist umso nachhaltiger, je höher die Potenz ist! 

Zu Beginn einer Behandlung können sich die Beschwerden kurzfristig verstärken - ein Zeichen, dass das Mittel wirkt. 

Zum Einsatz kommen in der Homöopathie Einzelmittel (oft in hoher Potenz, mitunter reicht einmalige Gabe) und Komplexmittel (aus mehreren Einzelsubstanzen in niedrigen Potenzen, meist für Selbstmedikation). 

Kritiker der Homöopathie meinen unter anderem, dass es zu wenige "Beweise", sprich wissenschaftliche Studien für die Wirksamkeit gebe. Befürworter wie Univ.-Prof. Dr. Michael Frass, Onkologe am Wiener AKH, halten dem entgegen, dass dieser Maßstab schwer auf die Homöopathie übertragbar sei, weil hier die Individualität des einzelnen Patienten und nicht die Erkrankung im Mittelpunkt stehe. Außerdem fehlen finanzielle Mittel. 

Jeder zweite hat es schon probiert
Bei uns hingegen gewinnt diese ganzheitliche Therapie wieder an Bedeutung. Den Grundstein legte der Wiener Arzt Prof. Dr. Mathias Dorcsi, der 1975 ein Ausbildungsprogramm für homöopathische Ärzte erarbeitete. Schon die Hälfte der Österreicher hat einmal ein homöopathisches Mittel probiert. Hinter dem Homöopathie-Prinzip, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen, steht die Vorstellung, dass bestimmte Symptome einer Krankheit Zeichen dafür sind, dass sich der Körper dagegen wehrt. Die Gabe von Substanzen, die solche Beschwerden auslösen, also ähnlich sind, sollen den Organismus dabei unterstützen, indem sie die Selbstheilungskräfte aktivieren. 

Von den seinerzeit 100 Substanzen ist die Wirkstoff-Palette inzwischen auf 2000 angewachsen. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Therapieform sind groß, von psychischen Störungen über funktionelle Erkrankungen wie Migräne, Regelbeschwerden über allergische Erkrankungen bis hin zu entzündlichen Erkrankungen ohne Organveränderungen, als begleitende Maßnahmen bei Krebs usw. Doch darf man in der Homöopathie kein Allheilmittel sehen und der Patient ist gefordert, aktiver mitzuarbeiten, als er das von der Schulmedizin gewöhnt ist.

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