Fr, 25. Mai 2018

"Hinterlistiger Weg"

21.08.2011 14:31

ÖH: "Studenten-Ansturm" nur ein Märchen der Politik

Die Österreichische Hochschülerschaft glaubt nicht an einen Ansturm von Studienanfängern im Herbst. Die Situation sei weit weniger dramatisch als seitens der Politik dargestellt, dies bewiesen Detailauswertungen zu den Voranmeldungen. Demnach gibt es knapp zwei Wochen vor Ende der Frist weniger Voranmeldungen von Studienanfängern als Erstsemestrige im Wintersemester 2010 - und das, obwohl in diesen Daten auch die Mehrfach-Voranmeldungen von Interessenten enthalten sind, die sich an mehreren Unis bzw. für mehrere Studien registriert haben.

"Die absichtliche Vorschiebung viel zu hoher und falscher Horrorzahlen ist ganz offensichtlich nur ein hinterlistiger Weg der Politik, um nach Zugangsbeschränkungen zu schreien und die Bevölkerung für dumm zu verkaufen", so das ÖH-Vorsitzteam.

Die ÖH stützt sich dabei auf die Angaben von sieben großen Unis. Dabei zeige sich, dass nur ein Teil der Voranmeldungen wirklich neue Studenten betrifft: So sind etwa unter den rund 2.800 Vorangemeldeten an der Uni für Bodenkultur in Wien nur 1.800 potenzielle Studienanfänger. Der Rest sind Studenten, die ihr Studium wechseln bzw. sich für den Master vorangemeldet haben. An der Uni Innsbruck sind nur rund 3.800 der 5.500 Vorangemeldeten Erstzugelassene, an der Uni Salzburg sind es rund 1.900 von bisher 2.900 Vorangemeldeten, an der Uni Klagenfurt rund 1.300 von 2.600.

Wien: 22.000 Personen für 29.000 Studienfächer angemeldet
Außerdem gebe es "wenig überraschend" Abweichungen zwischen der Zahl vorangemeldeter Personen und der vorangemeldeten Studien: An der Uni Wien haben sich demnach rund 22.000 Personen für 29.000 Studienfächer vorangemeldet. Durch die neue Regelung ist nur noch in jenen Fächern eine Inskription möglich, für die man sich auch vorangemeldet hat. Die Boku etwa hatte deshalb ihren Studenten geraten, sich im Zweifelsfall für mehrere Studien voranzumelden.

Die ÖH rechnet mit einer weiteren Verzerrung der Zahlen aufgrund der Tatsache, dass die Prüfungen in den zugangsbeschränkten Studien wie Publizistik oder Psychologie erst nach Ende der Voranmeldungsfrist stattfinden. Viele könnten sich deshalb für den Fall, dass sie nicht aufgenommen werden, sicherheitshalber auch für andere Fächer vorregistriert haben.

"In Zukunft Schikanen unterlassen"
"Das Voranmeldeprojekt von Wissenschaftsminister Töchterle ist offensichtlich gescheitert", so das Fazit des ÖH-Vorsitzes aus "Grünen und Alternativen StudentInnen" (GRAS), "Verband Sozialistischer Student_innen" (VSStÖ), "Fachschaftslisten" (FLÖ) und dem "Fachhochschul-Klub Fraktion Engagierter Studierender" (FEST). "Wir fordern, dass in Zukunft solche Schikanen unterlassen werden und endlich mehr Geld zur Hochschulfinanzierung gefordert und bereitgestellt wird", pocht die ÖH auf eine Erhöhung der Mittel für den tertiären Bereich auf zwei Prozent des BIP.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden