Di, 20. Februar 2018

Heldenhafte Helden

04.04.2005 15:45

Das neue Album von "Wir sind Helden"

2003 schossen vier Berliner mit der Single "Guten Tag" in die Charts, wenig später folgte das Album "Die Reklamation" und aus dem gingen dann noch mehr Hitsingles hervor. Dabei wollten "Wir sind Helden" doch alles sein - nur keine kommerzigen Teenie-Stars...

Tja, Pech gehabt. Judith & Co. konnten (und wollten?) sich nicht gegen den Erfolg wehren. Auftritte in der Harald Schmidt Show (die rebellische Judith im braven, altrosa Kleidchen), ausgedehnte Tourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz - kaum eine Stunde, in der man im Radio nicht "Wir sind Helden" zu hört bekommt.

Auf in die zweite Runde
Jetzt also das zweite Album "Von hier an blind". Die Songs könnten genauso gut vom ersten Album stammen - die Helden wissen eben, was ihre Klientel will. Einzige Ausnahme: die Vorabsingle "Gekommen um zu bleiben", die auch das absolute Highlight des Albums ist.

Ansonsten wieder jede Menge Rebellion und Kritik an der Musikindustrie, wie zum Beispiel bei "Zuhälter": Ihr schickt unsere Lieder auf die Straße, in zu engen Hosen, in billigen Posen... Zuhälter Halt! Die Plattenfirma wird's verkraften, echte Helden dürfen eben ein bisschen aufmüpfig sein, vor allem wenn sie ordentliche Verkaufszahlen abliefern.

Revolution abgeblasen
Schöne Balladen haben es diesmal auch aufs Album geschafft, besonders hervor zu heben wäre da "Ich werde men Leben lang üben, dich so zu lieben, wie ich dich lieben will, wenn du gehst". Womit die Helden einmal mehr beweisen, dass sie sich noch so auf den Kopf stellen können - aber sie sind nun mal mitten im Kommerz drinnen. Da helfen auch alle oberflächlichen Anti-Establishment-Kommentare nix. Revolution wieder einmal abgeblasen. Aber: In diesem Fall ist das auch gut so...

Fazit: 8,5 von 10 abgeblasenen Revolutionen

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