So, 25. Februar 2018

Zweier über 500 m

20.08.2011 17:34

Schuring und Schwarz holen Gold bei Kanu-WM

Sie haben bei den Flachwasser-Weltmeisterschaften alles auf eine Karte gesetzt, sich auf die olympische Disziplin konzentriert und den großen Coup gelandet: Die 33-jährige Yvonne Schuring (rechts) und die 26-jährige Viktoria Schwarz schnappten sich am Samstag im ungarischen Szeged die Goldmedaille im Kajak-Zweier über 500 Meter. Mit dem Titel sicherten sich die Athletinnen auch souverän die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London.

Schuring/Schwarz paddelten das Rennen ihres Lebens, sie lagen im Finale zur Halbzeit deutlich in Führung und gaben diese bis zum Schluss nicht mehr her. Topfavorit Deutschland musste sich mit Silber begnügen, Bronze ging an Polen. Für Schuring/Schwarz war es nach Bronze 2010 in Posen die zweite gemeinsame WM-Medaille. Sie haben heuer vier Weltcupsiege gefeiert, je zwei über 200 Meter und 1.000 Meter, jedoch keinen über die olympische Distanz. Platz eins holten sie nun in Szeged nach.

Doch bis die Österreicherinnen registriert hatten, dass sie Erste sind, dauerte es eine Weile. Schon der Jubel über den vermeintlichen zweiten Platz war groß. Sportkoordinator Günther Briedl stand im Ziel und deutete dann aber ebenso wie Nationaltrainer Nandor Almasi, dass sie Weltmeisterinnen sind. "Yvonne ist dann kurz in Ohnmacht gefallen", sagte Briedl lachend und gestand, "im Fünf-Minuten-Takt Gänsehaut zu haben". Die Art und Weise, wie der Erfolg zustande kam, überraschte ihn. "Sie haben richtig gnadenlos zugeschlagen", meinte Briedl. Er selbst sei während des Rennens an der Ziellinie gestanden und habe seine Schützlinge nur auf der Videowand gesehen. "In Großaufnahme, das war ein Zeichen für mich, dass sie schnell sind."

"Sie waren frisch und konzentriert"
Die Entscheidung, bei der WM nur die 500 Meter zu fahren, war eine taktische und mit den Mädels abgesprochen. Und sie hat sich als goldrichtig herausgestellt. Bei Temperaturen über 30 Grad war es wichtig, aus der Sonne rauszukommen, gut zu regenerieren, im Hotel zu entspannen. Zu viele Rennen wären zu kräfteraubend gewesen. "Das hat Wirkung gezeigt, sie waren frisch und konzentriert. Es hat mit der Betreuung rundum alles gepasst. Sie haben es auf den Punkt hingebracht, haben die Früchte geerntet und zwei auf einen Streich geschafft - Olympia-Qualifikation und WM-Gold. Das ist der absolute Hammer", betonte Briedl.

"Ich bin überglücklich und weiß nicht, was ich sagen soll. Wir hätten uns schon über Platz zwei gefreut", sagte Schwarz, nachdem sie den Erfolg dann doch realisiert hatte. Für sie war es die insgesamt dritte WM-Medaille, 2005 hatte sie in Zagreb mit Petra Schlitzer Silber über 500 Meter gewonnen. Das große Ziel war die Olympia-Qualifikation, dies vereinfacht nun die Planung und Vorbereitung für die nächsten elf Monate. Für die Sommerspiele könne man nun richtig angreifen, meinte Schwarz.

Schuring muss am Montag wieder zurück ins Büro
Das sieht auch Schuring so, die neben dem Sport einen 35-Stunden-Job als Verwaltungsangestellte hat und am Montag wieder ins Büro muss. "Das erleichtert alles ganz gewaltig. Wir sind topmotiviert für die Vorbereitung, müssen nun keine Zwischenregatten machen, können eine gezieltere Periodisierung des Trainings machen und alles viel besser steuern", sagte sie. Ihre ersten Gedanken nach dem Gold-Gewinn? "Ich war fix und fertig, habe mir gedacht, das gibt es ja nicht. Das ist so viel Druck abgefallen, Wahnsinn, ich habe das nicht glauben können." Während des Finales habe sie sich nur auf die eigene Renngestaltung konzentriert und nicht rechts und links geschaut.

Ana Roxana Lehaci hat hingegen ihre zwei Chancen auf einen Olympia-Quotenplatz im Kajak-Einer nicht nützen können, über 200 Meter und 500 Meter verpasste sie das A-Finale deutlich. Im C-Finale über 500 Meter kam sie an die vierte Stelle, das C-Finale über 200 Meter bestreitet sie am Sonntag. Die WM-Vorbereitung der 21-jährigen Lehaci war durch eine Armverletzung beeinträchtigt worden, sie kann sich nun nur noch bei der kontinentalen Qualifikation im Mai 2012 in Posen für die Sommerspiele qualifizieren.

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