Fr, 25. Mai 2018

Marsch auf Tripolis

20.08.2011 11:58

Libysche Rebellen sicher: "Gadafis Tage sind gezählt"

Die libyschen Rebellen sind nach ihren jüngsten Erfolgen überzeugt, dass die Tage des Machthabers Muammar al-Gadafi in Tripolis gezählt sind. Die Medien der Aufständischen berichteten schon am Freitag, dass es ihnen gelungen sei, die Stadt Brega unter ihre Kontrolle zu bringen. Nun rücken sie immer weiter auf Tripolis vor, wo sich die Truppen Gadafis auf die Verteidigung der Hauptstadt vorbereiten.

Nach den Niederlagen der Gadafi-Truppen in mehreren Ortschaften rund um Tripolis sei eine große Zahl von Kämpfern der Regierungstruppen in die Hauptstadt geflohen, wie die Rebellen berichteten. All diese Kämpfer stehen nun in den Startlöchern, um die Aufständischen von Tripolis fernzuhalten. Ein Bewohner erzählte am Samstag: "Überall sind Bewaffnete in den Straßen, Soldaten, Angehörige der Revolutionskomitees des Gadafi-Regimes und Freiwillige der Volksschutz-Truppen."

Rebellen haben Brega eingenommen
Zuvor ist es den Rebellen nach eigenen Angaben gelungen, die lange umkämpfte Stadt Brega sowie weitere strategisch entscheidende Ziele vollständig einzunehmen, auch die wichtigen Raffinerieanlagen seien in den Händen der Aufständischen, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera am frühen Samstagmorgen aus der Rebellenhochburg Bengasi.

Nach vorliegenden Informationen seien die Soldaten von Machthaber Gadafi aus dem Stadtzentrum und von den Öl- und Gasanlagen abgezogen, sagte die Al-Jazeera-Korrespondentin Jacky Rowland. Eine unabhängige Bestätigung liege bisher allerdings nicht vor.

Ehemaliger Gadafi-Vertrauter übergelaufen
Die Eroberung Bregas ist für die Rebellen nicht der einzige Grund zur Freude: Die frühere Nummer zwei der libyschen Führung, Abdessalam Jalloud, ist offenbar zu den Aufständischen übergelaufen. Der ehemalige Vertraute von Gadafi habe am Freitag aus der Hauptstadt Tripolis fliehen können, so ein Rebellensprecher in der Oppositionshochburg Bengasi. Über Jallouds derzeitigen Aufenthaltsort könne er "aus Sicherheitsgründen" keine Angaben machen. Aus Kreisen der Aufständischen hieß es jedoch, er halte sich in der von den Rebellen kontrollierten Stadt Sintan südwestlich von Tripolis auf.

Jalloud hatte Gadafi viele Jahre gedient. Unter anderem war er in den Jahren 1972 bis 1977 sein Regierungschef. Seit dem Beginn der 1990er Jahre wurde er wegen Meinungsverschiedenheiten mit Gadafi im libyschen Machtgefüge jedoch immer weiter zurückgedrängt, bis er sich einige Jahre später vollständig aus der Politik zurückzog. Bei der libyschen Bevölkerung ist Jalloud weiterhin sehr beliebt.

NATO bombardierte Kommandozentrale
Unterdessen gingen auch die Luftangriffe weiter, die NATO bombardierte am Freitag nach eigenen Angaben eine Kommandozentrale in der libyschen Hauptstadt Tripolis. "Wir wissen von Berichten, die darauf hinweisen, dass das Gebäude das Haus von Abdullah al-Senoussi war", sagte ein Sprecher des Bündnisses in Neapel. Al-Senoussi ist Geheimdienstchef und ein Schwager Gadafis. Ob es bei dem Angriff auf das Gebäude Opfer gegeben habe, konnte der Sprecher nicht sagen. Er korrigierte damit eigene Angaben vom Abend, nach denen Al-Senoussi bei dem Luftangriff getötet wurde.

Geht Gadafi ins Exil?
Der Druck auf Gadafi wächst zusehends, und auch das Gerücht, dass er ins Exil gehen könnte hält sich hartnäckig. Wie der US-Fernsehsenders NBC berichtete, erwäge er, nach Tunesien zu gehen. Offenbar denke Gadafi, dass ihm das nordafrikanische Nachbarland eine sichere Zuflucht bieten werde, berichtete NBC unter Berufung auf Beamte der US-Regierung. Zuvor waren Berichte gestreut worden, nach denen Gadafi nach Südafrika oder in andere Länder fliehen wolle.

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