Mo, 21. Mai 2018

Nach Schuldspruch

18.08.2011 13:49

Mayer sieht sich als Opfer von IOC und Norbert Darabos

Walter Mayer sieht sich weiter als Opfer einer groß angelegten Intrige, hinter der das IOC und Sportminster Norbert Darabos stecken. "Meine Vermutung einer Verschwörung hat sich verstärkt. Es war ein Präzedenzfall, in dem das Urteil negativ ausgehen musste. Diese Ungerechtigkeit in diesem Ausmaß hätte ich aber nicht erwartet", meinte der 54-jährige Salzburger, dessen dreiköpfiges Verteidigerteam sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung gegen den Schuldspruch von 15 Monaten Haft, davon drei Monate unbedingt, anmeldete.

Auf die Frage, ob er sich nun in zweiter Instanz von anderen Juristen vertreten lassen werde, lautete die Antwort des ehemaligen ÖSV-Trainers: "Das Verteidigungsteam bleibt so. Kein Verteidiger der Welt hätte ein anderes Urteil herausgeholt. Das war ein vorprogrammiertes Urteil in einem Show-Prozess. Ich hätte nicht geglaubt, dass so etwas möglich ist. Aber ich habe den Fehler gemacht, mich mit dem Imperium IOC anzulegen."

Mit dieser Aussage versuchte der ehemalige Wasalauf-Sieger (1980) erneut, seine Argumentation von einer gezielten Aktion gegen seine Person zu untermauern. "Das Ganze ist im Auftrag des IOC passiert. Das hat IOC-Präsident Rogge in Absprache mit Darabos vereinbart", hatte Mayer bereits im Vorfeld des Prozesses mehrfach zu Protokoll gegeben.

Mayer kündigt mehrere Klagen an
Nachdem der ehemalige Nordische ÖSV-Direktor bereits von 22. März bis 30. April 2009 in Untersuchungshaft gesessen ist, sind noch knapp sieben Wochen offen, die zu verbüßen wären, sollte der nicht rechtskräftige richterliche Spruch bestätigt werden.

Allerdings könnte Mayer, der nach der Urteilsbekanntgabe Klagen gegen einen Mitangeklagten, Belastungszeugen sowie Journalisten angekündigte, weiteres Ungemach drohen, nachdem er im Prozess der SOKO Doping vorgeworfen hatte, ein Beschuldigtenprotokoll gefälscht zu haben und korrupt zu sein. Sogar Staatsanwältin Nina Weinberger soll laut Mayer und seinen Anwälten bei dieser Verschwörung mitgewirkt haben.

Weinberger, die vorläufig noch keine Rechtsmittelerklärung zum Urteil abgegeben hat, war nicht überrascht, dass kein Sportler Mayer im Zeugenstand belastet hatte, denn beim Thema Doping "wird auf Teufel komm raus geschwiegen", wie sie in ihrem Schlussplädoyer, in dem sie auch von "mafiösen Strukturen" sprach, anmerkte.

Dabei erinnerte Weinberger auch an den Doping-Prozess gegen den ehemaligen Sportmanager Stefan Matschiner, der am 11. Oktober des Vorjahres zu 15 Monaten Haft, davon nur ein Monat unbedingt, verurteilt worden war. Matschiner hatte damals vehement bestritten, beim Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann Blutdoping vorgenommen zu haben. "Auch Hoffmann hat damals alles abgestritten, aber Matschiner hat das Urteil anerkannt", betonte Weinberger in diesem Zusammenhang.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden