Sa, 24. Februar 2018

Sechs Monate bedingt

18.08.2011 11:25

Per Flugzettel mit Amoklauf an Schule gedroht - Urteil

"Ich werde euch zeigen, wie grauenvoll der Tod ist. Littleton und Erfurt waren NICHTS. Dieses Massaker wird noch in 1.000 Jahren in Erinnerung bleiben." Deutliche Worte auf Flugblättern, die Hunderte Schüler in Wien in Angst und Schrecken versetzten. Verteilt hat sie ein Schüler. Nun stand der Teenager vor Gericht. Das Urteil: sechs Monate bedingt.

Angeklagt wurde der 18-Jährige wegen "Landzwangs": Wer die Bevölkerung oder einen großen Personenkreis durch eine Drohung mit Angriff auf Leben, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit in Furcht und Unruhe versetzt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen, sagt das Strafgesetzbuch.

"Ich bin euer Engel des Todes"
Eigentlich habe er das so nicht gewollt und gemeint, so der Schüler zu Richterin Daniela Zwangsleitner. Er, der gebürtige Perser, war aber Außenseiter in seiner Schule. Niemand habe ihn gemocht, und gemobbt habe er sich auch gefühlt. Und da sei halt seine Fantasie mit ihm durchgegangen – in der er einfach nur "mächtig" war.

"Ich bin euer Engel des Todes", stand auf einem der rund 500 Flugblätter zu lesen, die er selbst druckte und in der Nacht auf dem Schulgelände auflegte. "Keiner weiß, was passieren wird, ihr alle werdet mit dieser Angst leben; und ihr werdet euch so fühlen, wie ich mich gefühlt habe. Ihr werdet sterben, verdammt!" Seine "Fantasien" wurden ernst genommen – die Zettel hatten zur Folge, dass am nächsten Tag die Schule fast leer blieb!

Der Schüler bekam sechs Monate bedingt, besucht mittlerweile eine andere Schule – und versucht, sich mittels Sport zu integrieren und damit eine Freundesrunde zu finden.

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