Mi, 22. November 2017

Skin in Federn

17.08.2011 17:32

Wild engagierte Rückkehr von Skunk Anansie in Graz

Fast ein Jahrzehnt haben sie Pause gemacht - nun sind Skunk Anansie wieder auf Tour. Das britische Quartett, das in den 90ern den Trend zum Crossover mit eingeläutet hat, muss sich mittlerweile zwar etwas bemühen, um wild zu wirken, aber das Publikum auf der Grazer Kasemattenbühne war dennoch begeistert.

Millionenfach hat Skunk Anansie in den 1990ern Alben verkauft und mit dem Song "Hedonism (Just Because You Feel Good)" eine der Rock-Balladen des Jahrzehnts abgeliefert. Politische Texte und Crossover-Rock machten das britische Quartett zu einer Band mit Ecken und Kanten - und mit Deborah Anne Dyer alias Skin (Bild) als Sängerin hatte es eine Frontfrau, die die Wildheit schlechthin zu personifizieren schien.

Neues Album "Wonderlustre"
Nach der Trennung 2001 und einer jahrelangen Pause kam es vor Kurzem zur Wiedervereinigung. Nun tourt man erstmals wieder durch die Lande - im Gepäck das neue Album "Wonderlustre". Skunk Anansie ist zwar weit davon entfernt, ein billiger Abklatsch seiner selbst zu sein, aber ganz so locker wie früher kommt die Wildheit heute auch nicht mehr. Für die aktuelle Tour hat sich Skin etwa mit einem Federkostüm geschmückt, das reichlich übertrieben wirkt. Den Titel der coolsten Frontfrau, den sie in den 90ern noch für sich beanspruchen konnte, hat sie ohnehin längst an Beth Ditto verloren.

80 Minuten Leidenschaft
Aber man muss das ehrliche Engagement des Quartetts auch loben. Mit Ausnahme der Balladen, die sehr pflichtbewusst abgespult wurden, hat Skunk Anansie beim Auftritt am Montag in Graz volle Geschütze aufgefahren. Es ist kein Comeback des Geldes wegen, sondern es ist die Leidenschaft, die das Quartett zurück auf die Bühne geführt hat - auch wenn es dort mit 80 Minuten Konzertlänge nicht gerade lange verweilte. Was die Band jetzt noch brauchen würde, wäre interessantes neues Songmaterial. Sonst könnte sie schon bald zu ihrer eigenen Coverband verkommen.

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