Do, 24. Mai 2018

Bis zu 5,5% mehr

17.08.2011 18:01

Gas wird in Ostösterreich deutlich teurer

Gas wird in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und Oberösterreich schon wieder teurer: Dort müssen Kunden ab 1. Oktober um 3,2 bis 5,5 Prozent mehr bezahlen, wie die EnergieAllianz, die Vertriebstochter von Wien Energie, EVN und Bewag/Begas, und die oberösterreichische Ferngas AG am Mittwochnachmittag mitteilten. Es ist dies heuer die bereits zweite Erhöhung.

Bereits am 1. April waren die Tarife um durchschnittlich neun Prozent erhöht worden. Die neue Anhebung wird mit den höheren Ölpreisen begründet, an die die Gaspreise gekoppelt sind.

Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Gas-Jahresverbrauch von 10.700 Kilowattstunden zahlt in Wien künftig um rund 44,50 Euro mehr pro Jahr, in Niederösterreich um 28,60 Euro und im Burgenland um 25,70 Euro mehr, hieß es seitens der EnergieAllianz EAA. Bei den langfristigen Gasbezugsverträgen wirke sich die Ölpreisentwicklung mit einer Verzögerung von drei bis sechs Monaten aus.

"Betriebswirtschaftlich erforderliche Preismaßnahmen"
Der Monatsmittelwert der Rohölpreise der Sorte Brent habe sich zwischen Jänner und Juli 2011 auf Euro-Basis um zwölf Prozent erhöht. Diese Entwicklung führe auch für die EAA-Gruppe zu erhöhten Beschaffungskosten. Die vor diesem Hintergrund betriebswirtschaftlich erforderlichen Preismaßnahmen würden zum spätestmöglichen Zeitpunkt am 1. Oktober 2011 umgesetzt. Die EnergieAllianz hat in Österreich rund 900.000 Gaskunden.

OÖ-Versorger will ebenfalls mitziehen
Auch die oberösterreichische Ferngas AG wird im Herbst aller Voraussicht nach den Gaspreis erhöhen, vermutlich Mitte Oktober. Es müsse zu einer Korrektur kommen, wenn sich auf der Beschaffungsseite nicht bald etwas ändere, sagte der Geschäftsführer der Oberösterreichischen Gas-Wärme GmbH, Klaus Dorninger.

Arbeiterkammer auf den Barrikaden
Die Arbeiterkammer sieht die Preiserhöhungen "jetzt und in diesem Ausmaß als nicht gerechtfertigt" an. Als Sofortmaßnahme wird verlangt, dass günstiges – nicht an den Ölpreis gekoppeltes – Gas von den Energieversorgern stärker zugekauft wird. Verteuerungen würden immer mit den steigenden Ölpreisen argumentiert, so die AK. Die Preisbindung von Gas an den Ölpreis sei nur eine reine Vereinbarungssache und keineswegs in allen Ländern üblich. Mittelfristig müssten daher die Energieversorger ihre Verträge ändern, das heiße Gaslieferungen vom Erdöl entkoppeln.

Die Inflation sei außerordentlich hoch, ein Drehen an der Energiepreisschraube treibe letztlich auch die Inflation weiter an. "Gerade Menschen mit wenig Einkommen werden sich bald ihre Energierechnung nicht mehr leisten können", so die AK.

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