Mo, 21. Mai 2018

Tipps und Tricks

18.08.2011 15:08

Wohnschätze am Flohmarkt erstehen

Voll im Wohntrend liegt das Aufpeppen der eigenen vier Wände mit originellen und nostalgischen Einzelstücken. Eine wahre Fundgrube für Objekte all dieser Art, beginnend mit der alten Vase bis hin zu Möbelstücken, sind Flohmärkte. Und mit ein wenig Glück kann man dort auch echte Schnäppchen erstehen. Doch so ein gemütlicher Bummel über einen Flohmarkt bietet noch ungleich mehr als „nur“ die Suche nach sowohl günstigen wie auch fantasievollen Einrichtungs- und Dekostücken.

Schon in der Kindheit zählten für viele die sogenannten „Schatzsuche-Spiele“ zu den spannendsten und aufregendsten Erlebnissen. Der toll geformte Stein, bei dem im Sonnenlicht und bei genauer (Kinderaugen-)Betrachtung tatsächlich so etwas wie echtes Gold durchblitzt, oder der verlorene Handschuh, hinter dem sich eine höchst spannende Geschichte, die es nun zu enträtseln gilt, verbirgt…

Reste von all dem finden sich in schönster Form beim Flohmarkt-Bummeln. Denn auch hier erhofft man sich doch häufig ganz insgeheim – und wider besseres Erwachsenenwissen – den Fund eines wertvollen Stückes zum Schleuderpreis, und auch hier spielen die Geschichten rund um die angebotenen Gegenstände (bis hin zum ärgsten Kitsch) eine wichtige Rolle.

Von Sensationsfunden kann man vereinzelt lesen, in der Praxis kommen sie leider so gut wie nie vor. Doch mit ein wenig Glück und guter Vorbereitung kann man auf einem Flohmarkt tatsächlich echte Schnäppchen und gute Käufe machen. Zusatzplus: Die liebevoll aufgestöberten und ergatterten Gegenstände nehmen dann meist in der Wohnung einen Ehrenplatz ein. Sogar viele Promis verweisen bei ihren Homestorys immer wieder voller Stolz auf das eine oder andere gerade am Flohmarkt gefundene Stück.

Faszination mit Tradition
Die Tradition von Märkten, auf denen ursprünglich teure, aber gebrauchte Sachen zu günstigen Preisen verkauft werden, gibt es in Europa schon seit einigen Jahrhunderten in den verschiedensten Formen. Im Vordergrund stand dabei stets die Idee, auf legalem Weg möglichst günstig zu Dingen zu kommen. So sammelten schon vor langer Zeit Händler aussortierte und abgegebene Kleidung, Geschirr und Möbel von gutsituierten oberen Gesellschaftsschichten und verkauften sie dann billig weiter.

Für viele gilt der Markt in Paris auf dem „Marche aux Puces“ (nahe der Kathedrale Notre Dame) als „Mutter aller Flohmärkte“. Vorzugsweise wurde dort mit abgelegter Kleidung aus den Herrschaftshäusern gehandelt. Aufgrund der großen Flohplage – mit der Hygiene war es damals nicht sonderlich gut bestellt – wurde der Markt dann abgesiedelt. Übrigens könnte diese Flohplage, die mit alten Stoffen früher oft verbunden war, der Namensgeber für den Flohmarkt gewesen sein, eindeutig geklärt ist die Begriffsbezeichnung jedoch nicht.

Die wichtigsten Flohmarkt-Regeln
Morgenstund hat, wenn schon nicht Gold, so doch zumindest die besten Angebote im Mund. Die wirklich guten Objekte sind in der Regel meist ziemlich rasch weg. Also, so früh wie möglich den Flohmarkt-Besuch planen, am besten etwas vor der offiziellen Öffnungszeit. Dabei stört es nicht, wenn die Händler noch am Aufbauen sind, da kann man schon einmal ein paar Blicke auf das künftige Angebot werfen und sich einen guten ersten Überblick verschaffen.

Heute sind die bekannten Flohmärkte auch für gewerbliche Händler zugänglich, die meist mit Sonderangeboten aller Art locken. Echte Schnäppchen und Schätze wird man hier also kaum finden.

Erfahrene Flohmarkt-Käufer wissen um die oberste Regel bei der Schatzsuche der etwas anderen Art: Zeit nehmen und sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen. Denn gar nicht so selten verbergen sich die wirklich tollen Funde hinter scheinbar nur altem Krimskrams: So kann etwa im Pappkarton mit Omas Koch- und Essgeschirr das ein oder andere gute (und wertvolle) Porzellan-Sammlerstück verborgen sein. Ein wenig stöbern (mit Einverständnis des Verkäufers) ist also durchaus erlaubt und sinnvoll!

Geschichten aller Art, die geschickt auf einen möglichen, viel höheren Wert der Ware hinweisen, gehören zum Standard-Repertoire jedes guten Flohmarkt-Verkäufers. Zu große Gutgläubigkeit ist also nicht angebracht. „Um den Preis handeln“ ist ein wahres Muss bei jedem Flohmarkt-Kauf.

Tipp: „Pokerface“ auch beim schönsten Fund aufsetzen und mit niedrigem Preis einsteigen!

Vorsicht geboten
Immer wieder findet man auf Flohmärkten auch tatsächlich besonders schöne alte Möbelstücke zu günstigen Preisen. Der Vorteil beim direkten Kauf ist, dass man die Ware vor Ort besichtigen und prüfen kann (im Gegensatz etwa zu Online-Ersteigerungen). Aber nicht jeder Mangel ist für den Käufer auch leicht ersichtlich. Antike Möbel, die am Flohmarkt angeboten werden, sind im Regelfall meist nicht sorgfältig gelagert worden. Schäden durch modrige Keller und feuchte Dachböden sind daher vorprogrammiert, besonders häufig ist der Befall mit Holzwurm. Hier muss also zum Kaufpreis eventuell auch noch eine fachgerechte Aufbereitung und Restaurierung dazugerechnet werden.

Bei Polsterungen, Stoffteilen (und auch bei alten Teppichen) ist ebenfalls unter Umständen Vorsicht geboten: Zwar wird man heute nicht so häufig Flöhe nach Hause schleppen, aber eine hartnäckige Mottenplage in der Wohnung kann eine unerwünschte Folge solcher Käufe sein. Daher: Gründlichste, professionelle Reinigung vor dem Wohngebrauch nicht vergessen!

Beim Kauf größerer Möbelstücke ist im Vorfeld auch der Transport zu überlegen – denn anders als bei Möbelhäusern wird üblicherweise nicht vom Flohmarkt nach Hause geliefert.

Tipp: Plant man die Anschaffung größerer Möbelstücke, organisiert man am besten schon im Vorfeld ein paar starke Helferhände – und ein geräumiges Auto.

Last, but not least: Rechnungen und Garantien gibt es bei Flohmarkt-Käufen von den privaten Verkäufern nicht. Das sollte bei auch noch so verlockenden größeren Anschaffungen bedacht werden.

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