So, 27. Mai 2018

Abschreckende Fotos

17.08.2011 10:27

US-Tabakriesen klagen gegen neue "Emo-Warnungen"

Vier der fünf größten Tabakfirmen in den Vereinigten Staaten haben am Dienstag wegen neu vorgeschriebener Warnhinweise auf Zigaretten & Co. Klage gegen die US-Regierung eingereicht. Die Vorgaben seien "emotional aufgeladen", zudem sei man gezwungen, Warnungen der Regierung besser sichtbar anzubringen als den eigenen Markennamen, fühlen sich die Klagenden unfair behandelt.

Nie zuvor seien in den USA Hersteller eines legal produzierten Produkts verpflichtet worden, auf ihrer Verpackung sowie in ihrer Werbung eine emotional aufgeladene Botschaft der Regierung zu übermitteln, mit der erwachsene Verbraucher dazu gedrängt würden, ihre Produkte zu meiden, heißt es in der Klage.

Die Unternehmen beteuern zudem, dass die neuen Aufdrucke Millionen von Dollar kosten würden. Auslöser seien neue Maschinen, um die Warnungen häufig wechseln zu können.

Es geht auch härter
Die US-Drogenbehörde FDA hatte neun drastische neue Warnungen gebilligt, die abwechselnd auf die Packungen gedruckt werden sollen - jeweils auf die gesamte obere Hälfte der Vorder- und der Rückseite. Sie zeigen unter anderem das Bild einer Leiche mit zugenähtem Brustkorb (siehe Bilder 1 bis 3 oben). Angesichts der Situation in anderen Ländern erscheinen die neuen US-Vorgaben allerdings relativ harmlos. Wie so ein Packerl etwa in Thailand aussieht, siehst du oben in der Fotostrecke auf Bild Nummer 4.

Bei den Klägern handelt es sich um R. J. Reynolds, Lorillard, Commonwealth Brands, Liggett Group und Santa Fe Natural Tobacco Company. Die Altria Group, Mutterkonzern des größten US-Zigarettenherstellers Philip Morris, hat sich der Klage nicht angeschlossen.

EU: Große Mehrheit für Eindämmung des Tabakkonsums
Auch die Europäische Union macht in ihrem Kampf gegen das Rauchen weiter Druck. Die EU-Kommission veröffentlichte Ende Juli die Ergebnisse einer Umfrage zur geplanten Überarbeitung der Richtlinie über Tabakerzeugnisse. Dabei seien 85.000 Antworten eingegangen, wobei die große Mehrheit der Beiträge ein "deutlicher Beleg für das allgemein große Interesse an der EU-Politik zur Eindämmung des Tabakkonsums" widerspiegle.

Die geplante Richtlinie enthält auch in Europa unter anderem gesetzlich vorgeschriebene Warnbilder auf den Verpackungen von Tabakprodukten, nicht attraktive oder generisch beschriftete Verpackungen, die Beschränkung oder das Verbot des Verkaufs von Tabakerzeugnissen über das Internet oder in Automaten.

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