Mo, 28. Mai 2018

Streit um Gründung

18.08.2011 09:17

Facebook-Anwälte finden eindeutigen Beweis für Betrug

Im Streit um die Entstehung von Facebook glauben die Anwälte Mark Zuckerbergs nun den entscheidenden Beweis gegen einen ehemaligen Geschäftspartner gefunden zu haben, der Anspruch auf die Hälfte am sozialen Netzwerk erhebt. Bei der Untersuchung eines Computers des ehemaligen Holzpellets-Händlers Paul Ceglia sei dessen Originalvertrag mit Zuckerberg aus dem Jahr 2004 entdeckt worden, erklärten die Facebook-Vertreter in einem am Dienstag veröffentlichten Gerichtsdokument. Der Name Facebook tauche dort im Gegensatz zu den von Ceglia vorgelegten Kopien jedoch nicht auf.

Ceglia behauptet, mit Zuckerberg einen Online-Dienst namens thefacebook.com oder "Face Book" geplant zu haben. Zuckerberg habe Ceglia jedoch schließlich ausgebootet und Facebook allein auf die Beine gestellt. Allerdings räume der Vertrag ihm das Anrecht auf die Hälfte an dem geplanten Netzwerk ein, das er jetzt geltend machen wolle, so Ceglia, der seine Version der Geschichte zusätzlich zur vorgelegten Kopie eines Vertrages mit mehreren E-Mails untermauerte.

Originalvertrag: Facebook taucht nicht auf
Facebook hatte sämtliche Beweise stets als Fälschung abgetan. Mit dem nun auf der Computerfestplatte gefundenen Originalvertrag glauben die Betreiber, den Fälschungsvorwurf auch tatsächlich beweisen zu können. Als einziges Unternehmen werde dort die Firma StreetFax erwähnt, für die Zuckerberg Programmierer-Arbeiten ausführen sollte, heißt es in dem Gerichtsdokument. StreetFax sollte eine Website mit Fotos von Straßenkreuzungen für Versicherungen werden.

Gericht USB-Sticks unterschlagen?
Bisher hatte Facebook eher indirekte Belege für den Vorwurf, Ceglia habe die Unterlagen gefälscht, etwa, dass die Seiten eins und zwei des angeblichen Vertrages erhebliche Unterschiede aufweisen oder dass sich auf den Servern von Harvard keine Spuren der vorgelegten E-Mails finden. Jetzt ergab die Computer-Analyse laut Facebook auch, dass Ceglia mehrere bisher nicht dem Gericht vorgelegte USB-Sticks benutzt habe, auf denen Dokumente mit Namen wie "Zuckerberg Contract page1" als Bild-Dateien gespeichert worden seien.

"Facebook hat Beweis gefälscht"
Ceglia selbst warf Facebook in einem Interview im Gegenzug vor, das jetzt aufgetauchte Dokument gefälscht zu haben. Es sei im Auftrag des Online-Netzwerks auf seinen Computer geschleust worden, sagte er der Nachrichtenwebsite "ZDNet". Ceglia ist von mehreren Anwaltsfirmen fallengelassen worden und lebt derzeit in Irland.

Streit um Milliarden
Facebook hat großes Interesse daran, den Streit mit Ceglia schnell aus der Welt zu schaffen - für kommendes Jahr wird ein Börsengang des weltgrößten Online-Netzwerks erwartet. Es könnte dabei nach Expertenschätzungen mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet werden.

Weitere Klage am Hals
Ceglia ist nicht der einzige, der ein Stück von Facebook haben will. So gehen die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss seit Jahren gegen Zuckerberg vor. Die einstigen Kommilitonen behaupten, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. Einen Vergleich mit dem Online-Netzwerk wollen sie aufkündigen, weil Facebook sie dabei angeblich über den Tisch gezogen habe. Sie geben trotz mehrerer Niederlagen vor Gericht nicht auf.

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