Do, 22. Februar 2018

Drama in den Bergen

16.08.2011 10:01

Tiroler vor Augen seines Bruders in den Tod gestürzt

Gleich zwei Todesopfer haben Tirols Berge vergangenen Sonntag bei strahlend schönem Wetter gefordert: Bei einer Tour auf die 2.828 Meter hohe Kalkwand stürzte der 55-jährige Steuerberater Hans G. vor den Augen seines Bruders 300 Meter in den Tod. Am Turmfalk im Karwendel überlebte eine 56-Jährige einen Absturz nicht.

Der gebürtige Tuxer Hans G., der in einer Innsbrucker Steuerkanzlei arbeitet, war mit Bruder Josef – er betreibt ein Hotel in Tux – und zwei weiteren Bergkameraden, darunter ein Bergretter, zur Kalkwand unterwegs. Das Quartett hatte viele gemeinsame Touren hinter sich, die bis in die Westalpen führten. "Sehr erfahrene Alpinisten", sagte ein bekannter Bergführer.

Halt verloren und rund 300 Meter abgestürzt
Gegen 12 Uhr waren die Bergsteiger beinahe am Ziel und wollten über den sogenannten Südostpfeiler auf den Gipfel. "Die Tour im zweiten Schwierigkeitsgrad ist für diese Männer kein Problem, weshalb sie seilfrei gingen", so ein Bergretter. Rund 90 Höhenmeter unterhalb des Gipfels dann das Drama.

Oberhalb von Hans G. löste sich ein Stein – er wurde noch durch Zurufe gewarnt. Beim Versuch, diesem Geschoss auszuweichen, drehte er sich auf die Seite, hielt sich zunächst noch mit einer Hand am Felsen fest – ehe er den Halt verlor und rund 300 Meter bis zum Wandfuß abstürzte. Sein Bruder musste hilflos dabei zusehen.

Todessturz auch im Karwendel
Auch am Karwendel passierte am Sonntag ein Todessturz. Eine Vierergruppe aus Deutschland war am Sonntag von der Hinterriß in die Falkengruppe unterwegs. Der Weg führte vom Totenfalk zum Turmfalk weiter Richtung Laliderer Falk. Als den Alpinisten der unmarkierte Steig zu schwierig und brüchig war, kehrten sie um. Dabei verlor eine Frau den Halt und stürzte 100 Meter ab – die 56-Jährige war auf der Stelle tot.

Relativ glimpflich endeten weitere Bergunfälle. Im Wilden Kaiser im Bereich Kopfkraxe stürzte ein 25-jähriger deutscher Kletterer rund 20 Meter ab, weil ein Griff ausgebrochen war. Der Mann brach sich die Hand. Auf dem Weg zum Zuckerhütl in den Stubaier Alpen stürzte ein 51-jähriger Deutscher rund 2,5 Meter in eine Gletscherspalte. Eine Hubschrauberbesatzung konnte den Mann befreien. Und am Mitterkarjoch in den Ötztaler Alpen rutschte ein Bergsteiger aus und brach sich das Sprunggelenk.

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