Mi, 22. November 2017

Brandstiftung dabei?

14.08.2011 17:50

Salzburg: Sägewerk und Stall wurden ein Raub der Flammen

Zwei Großbrände haben in der Nacht auf Sonntag Hunderte Feuerwehrleute in Salzburg auf Trab gehalten. In Hollersbach im Pinzgau stand ein stillgelegtes Sägewerk in Vollbrand (Bilder) - dort deutet zurzeit alles auf eine Brandstiftung als Ursache hin. In Thalgau wiederum ging ein Reitstall in Flammen auf, hier ist die Brandursache noch unklar.

Im Ausschlussverfahren habe man beim Pinzgauer Sägewerk eine mögliche Ursache um die andere ausschließen können, sodass nun alles auf eine vorsätzliche Brandlegung hindeute, sagte Polizeisprecher Mario Rieder.

Spürhunde suchten nach Brandbeschleuniger
Am Nachmittag hatten zwei eigens dafür ausgebildete Spürhunde das Areal auf mögliche Brandbeschleuniger abgesucht. Die Aktion blieb allerdings erfolglos, möglicherweise auch deshalb, weil sich noch sehr viel Löschwasser auf dem Firmengelände befindet, so die Begründung des Polizeisprechers. Zwei Brandermittler der Pinzgauer Polizei würden auf jeden Fall intensiv weiterermitteln.

Als die Feuerwehr um etwa 1.30 Uhr am Einsatzort eintraf, standen Werkshalle, ein Haus sowie das gelagerte Bauholz schon in Vollbrand, schilderte Einsatzleiter und Ortsfeuerwehrkommandant Josef Wieser. Da sich in nur vier Metern Entfernung ein Hotel mit Hallenbad und Sauna befindet, wurde sofort Großalarm ausgelöst, sodass rund 200 Helfer aus dem Oberpinzgau ausrückten.

"Wir haben sofort begonnen, das Hotel zu kühlen, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern - das hatte absolute Priorität. Mit einer Wasserwand konnten wir die Flammen abschirmen", so Wieser. Das Sägewerk selbst konnte aber nicht mehr gerettet werden, es brannte vollkommen nieder. Erst um etwa 9 Uhr waren die letzten Glutnester gelöscht.

Keine Hinweise über Brandursache in Thalgau
Unklarheit über die Ursache herrscht beim zweiten Großbrand in Thalgau. Dort gebe es derzeit keine Hinweise - das Feuer war laut den Einsatzkräften in einem Bereich des Reitstalles ausgebrochen, wo es keine Stromleitungen gibt. Am Vortag sei frische Streu geliefert worden, Proben davon seien aus dem niedergebrannten Stall entnommen und zur Kriminaltechnik nach Wien geschickt worden. Dort soll festgestellt werden, ob Selbstentzündung die Ursache gewesen sei, so ein Sprecher der Feuerwehr.

Gegen 2 Uhr hatte ein Bewohner des Hauses beim Reitstall zufällig ein Krachen gehört. Er sah nach und bemerkte, dass der Stall in Flammen stand. Der Mann, der bei der Feuerwehr tätig ist, löste sofort Alarm aus. Mit einem zweiten Helfer gelang es ihm noch, alle 22 eingestellten Sprung- und Hobby-Pferde in Sicherheit zu bringen. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Stall bereits "von vorne bis hinten" in Brand, sagte Ortsfeuerwehrkommandant Robert Greisberger.

Stall brannte zur Gänze ab, Nebengebäude gerettet
Das danebenstehende Wohngebäude hatte aufgrund der Hitze im Dachbereich bereits zu rauchen begonnen, und auch die gegenüberliegende Reithalle sei laut den Angaben stark gefährdet gewesen. Die beiden Gebäude konnten gerettet werden, der etwa 60 mal 20 Meter große Stall selbst brannte aber zur Gänze ab.

Schwierig gestaltete sich die Wasserversorgung. Das Wasser musste dem Fischbach entnommen werden, weil ein Hydrant in der Nähe zu wenig hergab. Es wurden zwei jeweils einen Kilometer lange Leitungen gelegt, was einige Zeit in Anspruch nahm. "Wir haben Glück gehabt, denn gerade als das Wasser in unseren Tanklöschwagen ausging, standen die Leitungen", so Greisberger. Insgesamt waren in Thalgau 136 Feuerwehrleute aus der Umgebung im Einsatz. Die Höhe des Schadens war am Sonntag noch nicht bekannt.

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