Di, 20. Februar 2018

US-Präsidentschaft

14.08.2011 10:21

Wahlschlacht der Republikaner geht in die heiße Phase

Das Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur bei den Republikanern ist am Samstag in die heiße Phase getreten: Im US-Bundesstaat Iowa konnte die, bisher eher durch peinliche Patzer aufgefallene, radikal-konservative Kongressabgeordnete Michele Bachmann eine Testabstimmung für sich entscheiden. Indessen warf der Gouverneur von Texas, Rick Perry, offiziell seinen Hut in den Ring um das höchste Amt des Staates. Er verkündete in South Carolina seine seit Längerem erwartete Bewerbung.

Die von der Tea-Party-Bewegung gestützte Bachmann (Bild links) setzte sich bei der "Straw Poll" in Iowa vor dem libertarischen Abgeordneten Ron Paul an die Spitze. An dritter Stelle folgte der Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty.

Abstimmung mit begrenzter Aussagekraft
Allerdings hat die traditionelle Abstimmung in der Staatsuniversität Ames nur eine begrenzte Aussagekraft. Der Gewinner hat bisher in den seltensten Fällen die Präsidentschaftskandidatur oder gar den Einzug ins Weiße Haus geschafft.

Für deutliche Verlierer läutete das Votum aber häufig den Anfang vom Ende im parteiinternen Wettbewerb ein. So gilt etwa das Abschneiden von Pawlenty als mögliches Zeichen dafür, dass er nicht über die nötige Organisation und die nötige Unterstützung verfügt, um den Vorwahlkampf über längere Zeit fortzusetzen.

Spitzenreiter Romney blieb Testabstimmung fern
Hinzu kommt, dass sich Mitt Romney, der bisherige Spitzenreiter im Republikaner-Feld und Ex-Gouverneur von Massachusetts, im Gegensatz zu Bachmann oder auch Paul nicht aktiv an der "Straw Poll" beteiligte. Außerdem stieg just am Samstag mit dem texanischen Gouverneur Rick Perry (Bild rechts) ein neuer möglicherweise aussichtsreicher Bewerber ins Republikaner-Rennen ein.

Der 61-Jährige, der seinen Posten Ende 2000 von George W. Bush übernommen hatte, verkündete seine seit Längerem erwartete Bewerbung am Samstag in Charleston in South Carolina. Unter den Konkurrenten um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner liegt Perry, ein Vertreter der "religiösen Rechten", in Umfragen derzeit an zweiter Stelle hinter Romney. Ihm wird insbesondere zugutegehalten, die Arbeitslosenquote in Texas deutlich gesenkt zu haben.

Perry hat noch nie eine Wahl verloren, und noch nie war ein Politiker länger Gouverneur von Texas als er. 2009 sorgte er landesweit für Aufregung, als er laut über eine Abspaltung Texas' vom Rest der USA nachdachte.

Perry schießt sich auf Obama ein
Zu seinem Einstand ging der Gouverneur von Texas mit Obamas Wirtschaftspolitik ins Gericht. Er prangerte die hohe Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit an. Der Demokrat habe mehr verschuldet als die jüngste Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch die größte US-amerikanische Ratingagentur. "Es ist Zeit, die Amerikaner wieder zum Arbeiten zu bringen", sagte Perry.

Perry erklärte zudem, er werde bei einem Einzug ins Weiße Haus Amerika wieder "groß" machen und die Rolle der Regierung im Leben der Bevölkerung auf das nötige Minimum reduzieren. Steuererhöhungen werde es mit ihm nicht geben, dafür aber eine sofortige Rücknahme der Gesundheitsreform von Obama.

Die erste offizielle republikanische Vorwahl wird vermutlich im Februar 2012 abgehalten, die Präsidentschaftswahl dann Anfang November.

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