Mo, 28. Mai 2018

Hightech-Pranger

12.08.2011 19:39

Polizei sucht mit mobiler Leinwand nach Randalierern

Bei der Fahndung nach flüchtigen Plünderern und Randalierern setzt die britische Polizei inzwischen auf eine mobile Leinwand. Über den sechs Quadratmeter großen Bildschirm, der auf einem Kleinbus befestigt ist, suchen die Ermittler mithilfe von Bildern aus Überwachungskameras nach Verdächtigen.

Am Freitag war das Fahrzeug in Birmingham unterwegs, wo es an mehreren öffentlichen Plätzen Station machte. In der zweitgrößten britischen Stadt sollen so in den nächsten Tagen abwechselnd mehr als 50 Aufnahmen der Gesichter von mutmaßlichen Krawallmachern gezeigt werden.

"Die Medien haben bereits Fotos von denjenigen veröffentlicht, die wir suchen, aber wir sind entschlossen, die Verdächtigen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Rechenschaft zu ziehen", sagte der ranghohe Polizist Mark Rushton. Bereits am Donnerstag, als das Fahrzeug zum ersten Mal unterwegs war, habe es eine "großartige Resonanz" in der Bevölkerung gegeben. Über 500 Hinweise seien telefonisch oder per E-Mail bei der Polizei eingegangen. Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen in London und anderen Städten des Landes wurden bisher mehr als 1.600 Menschen festgenommen.

Streit zwischen Regierung und Polizei
Unterdessen ist in Großbritannien ein offener Streit zwischen der Regierung und der Polizeibehörde Scotland Yard ausgebrochen. Hugh Orde, ein ranghoher Polizeibeamter, bezeichnete die Rolle der Politiker bei der Unterdrückung der Gewalt als "irrelevant". Laut der Zeitung "Daily Telegraph" schlug sich auch der Londoner Polizeichef Tim Godwin auf die Seite seines Kollegen Orde. Alle wichtigen Entscheidungen seien von der Polizei getroffen worden, so Godwin. Mit Blick auf Premierminister David Cameron und Innenministerin Theresa May sagte er, die Kritik komme von Leuten, die zum fraglichen Zeitpunkt "nicht da" waren.

Der Premierminister und seine Innenministerin waren bei Ausbruch der Ausschreitungen im Urlaub. Cameron kritisierte am Donnerstag, dass zu Beginn der Krawalle in den Nächten auf Sonntag und Montag "bei Weitem zu wenig" Polizisten im Einsatz gewesen seien. Auch die Taktik der Behörden hatte er infrage gestellt.

"Wir haben einige der besten Polizeichefs"
Ähnlich wie der Londoner Bürgermeister Boris Johnson lobte Godwin die Polizeiarbeit während der Ausschreitungen. "Wir haben einige der besten Polizeichefs, die ich auf der Welt gesehen habe", sagte Godwin. "Als Ergebnis daraus konnten wir das nach ein paar Tagen im Keim ersticken", betonte er. Bei der Auswahl der Taktik und der Zahl der Polizisten handle es sich um "Entscheidungen der Polizei", betonte Godwin.

Ein 68-jähriger Pensionist, der am Montag im Londoner Stadtteil Ealing attackiert worden war, als er ein Feuer löschen wollte, erlag am Freitag seinen schweren Kopfverletzungen (siehe Infobox). Wie die Polizei mitteilte, ist daraufhin ein 22-Jähriger wegen Mordes, Diebstahls und Randale festgenommen worden.

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