So, 25. Februar 2018

Texas-Gouverneur

12.08.2011 15:26

Erzkonservativ und tief religiös: Perry will ins Weiße Haus

Er ist erzkonservativ, religiös und wirtschaftsfreundlich - wie es in den USA von einem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner erwartet wird. Der texanische Gouverneur Rick Perry will am Samstag seine Bewerbung um die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentschaftswahl im November 2012 bekannt geben. Und der Nachfolger von Ex-Präsident George W. Bush im Gouverneursamt hat auch das Zeug, das Bewerberfeld kräftig aufzumischen.

Perry entstammt einer Rancherfamilie aus Paint Creek im Westen von Texas, hat einen Universitätsabschluss und diente als Pilot in der US-Luftwaffe. Seine politische Karriere begann er noch als Demokrat, bevor er 1989 die Seiten wechselte. 1999 wurde er unter Bush Vizegouverneur von Texas. Als Bush im Jahr 2000 ins Weiße Haus nach Washington wechselte, übernahm Perry das Gouverneursamt. 2002, 2006 und 2010 wurde er wiedergewählt.

Seine Popularität verdankt der 61-Jährige nicht zuletzt der Schaffung von Arbeitsplätzen. Angesichts der schlechten Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit in den USA könnte Perry auch in einem möglichen Wahlkampf gegen Barack Obama mit dem texanischen Jobwunder punkten. Doch obwohl Perry die Arbeitslosenzahlen deutlich senkte, hat Texas immer noch eine der höchsten Armenquoten der USA. Perry ist ein Verfechter von Steuerkürzungen und will den Staatshaushalt mit Kürzungen im Bildungs- und Gesundheitswesen sanieren.

Für liberale Waffen- und strenge Einwanderungsgesetze
Der zweifache Familienvater, der seit fast 30 Jahren mit seiner Jugendliebe Anita Thigpen verheiratet ist, ist aber nicht nur für seine wirtschaftsfreundliche Politik bekannt. Er steht für freien Handel, liberale Waffen- und strenge Einwanderungsgesetze - alles klassische republikanische Themen. Für Schlagzeilen sorgte er vor zwei Jahren, als er bei einer Anti-Steuer-Kundgebung der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung mit dem Gedanken spielte, dass sich Texas von den USA abspalten könnte.

Über eine mögliche Bewerbung des Texaners als Präsidentschaftskandidat wird schon seit Monaten heftig spekuliert. Am Donnerstag heizte Perry die Gerüchte selbst weiter an. Dem US-Magazin "Time" sagte er, bei einem Gespräch mit seiner Frau sei ihm kürzlich klar geworden, dass er nicht tatenlos zusehen könne, "wenn die Zukunft meines Landes auf dem Spiel steht". In Umfragen liegt Perry bei den möglichen republikanischen Kandidaten schon an zweiter Stelle hinter dem Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney.

Massengebet: "Vater, unsere Herzen bluten wegen Amerika"
Am vergangenen Wochenende bat der gläubige Methodist sogar Gott um die Rettung der USA. "Vater, unsere Herzen bluten wegen Amerika", sagte er bei einem Massengebet in einem Stadion in Houston vor 30.000 Anhängern (siehe Bilder). Die Unterstützung der christlichen Rechten könnte für Perry noch wichtig werden. Bush hatte seine Wahlsiege gerade dem Zuspruch der Evangelikalen zu verdanken, deren riesiges Wählerpotenzial für die Republikaner unverzichtbar ist. In der Rede vor seinen betenden Anhängern in Houston bat Perry Gott auch um "Weisheit" für den US-Präsidenten - ohne seinen möglichen Rivalen Obama direkt zu nennen.

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