Di, 20. Februar 2018

Unfreiwilliges Ende

12.08.2011 08:42

USA verlieren superschnelle Drohne bei Testflug

Ein unfreiwillig frühes Ende gefunden hat am Donnerstag der Testflug eines gigantisch schnellen, unbemannten Überschallflugzeugs des US-Militärs. Die pfeilförmige Highspeed-Drohne startete mithilfe einer Trägerrakete in Kalifornien, das Kontrollzentrum der Verteidigungs-Forschungsbehörde Darpa verlor aber nach etwa 20 Minuten Kontakt zu der Maschine, die sich dann offenbar selbst im Pazifik versenkte. Für das "Falcon"-Programm, das bisher 320 Millionen Dollar verschlungen hat, dürfte der Absturz nichts Gutes verheißen.

Der Prototyp Falcon HTV-2 sollte plangemäß 30 Minuten lang vom Luftstreitkräfte-Stützpunkt Vandenberg im US-Bundesstaat Kalifornien aus gen Westen fliegen, bis er in etwa 6.400 Kilometer Entfernung in der Nähe des Kwajalein Atolls in den Pazifik stürzte. Per Kurznachrichtendienst Twitter teilte Darpa kurze Zeit später mit, dass das Flugzeug mit einer "selbstständigen Flugbeendigungs-Technik" ausgestattet sei und sich wohl selbst im Pazifik versenkt habe.

Innerhalb einer Stunde überall einsatzbereit
Der Falcon HTV-2 ist ein Prototyp eines sich noch im Teststadium befindlichen Flugzeugs, das bis zu 22-fache Schallgeschwindigkeit und damit innerhalb von nur einer Stunde Angriffsziele auf der ganzen Welt erreichen könnte. Bereits heute setzen die USA vor allem in Pakistan ferngesteuerte US-Flugkörper ein, mit deren Hilfe Raketen auf Stellungen von Extremisten gefeuert werden.

Das 2003 initiierte "Falcon"-Programm ist Teil der US-Militärstrategie "Prompt Global Strike". Die Regierung hofft diese bis 2015 umsetzen zu können. Ob Obama-Administration und Pentagon die für das kommende Budgetjahr beantragten 204 Millionen Dollar für "Prompt Global Strike" bekommen werden, bleibt aber nach dem jüngsten Absturz und dank der anhaltenden Finanzkrise fraglich.

Einzige Alternative zu ballistischen Nuklear-Raketen
Das Pentagon hält jedenfalls trotz des bisherigen Scheiterns an dem Programm fest und ist davon überzeugt, dass die unbemannten Überschallflugzeuge den besten Ersatz für die interkontinentalen ballistischen Nuklear-Raketen darstellen – ohne den Dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen, wie es die "Los Angeles Times" formuliert.

Andere Methoden, ein weit entferntes Angriffsziel zu treffen, wie etwa Marschflugkörper (Cruise-Missiles) oder Langstrecken-Bomber, würden Stunden benötigen, um ihre Destination zu erreichen, moniert ein ehemaliger Air-Force-Offizier und Raumfahrt-Experte. Als Beispiel führen Militärbeamte gegenüber der "Los Angeles Times" einen Vorfall aus dem Jahr 1998 an, als ein Versuch, den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in Afghanistan zu töten, scheiterte - weil der Abschuss von Marschflugkörpern zu viel Zeit in Anspruch genommen hatte.

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