Di, 22. Mai 2018

Theorie wankt

10.08.2011 12:08

Riesenvogel lebte bereits zur Zeit der Dinosaurier

Die versteinerten Überreste eines riesigen Vogels in Zentralasien stellen die bisher angenommene Entwicklungsgeschichte der Vögel infrage. Wissenschaftler fanden im südlichen Kasachstan versteinerte Teile eines Kieferknochens, die auf einen etwa dreißig Zentimeter langen Schädel schließen lassen, wie die britische Fachzeitschrift "Biology Letters" am Mittwoch berichtete.

Die Wissenschaft war bisher davon ausgegangen, dass Vögel sich zu Beginn der Kreidezeit vor etwa 150 Millionen Jahren aus zweibeinigen Dinosauriern entwickelten und über Dutzende Millionen Jahre hinweg sehr klein geblieben seien, etwa so klein wie eine Krähe.

Der neu entdeckte Vogel habe vor mehr als 65 Millionen Jahren gelebt und sei möglicherweise größer als ein Strauß gewesen, teilten die Wissenschaftler mit. Ob der Samrukia nessovi, wie die Forscher ihn nannten, fliegen konnte und was er gefressen hat, ist nicht bekannt. Den beiden Knochenstücken nach zu schließen, sei er ein mehr als fünfzig Kilogramm schwerer und bis zu drei Meter großer Laufvogel gewesen.

Sollte er geflogen sein, hätten seine Flügel eine Spannbreite von mindestens vier Metern gehabt, berichtete die Fachzeitschrift. Zweifellos sei der Vogel "ein Riese" gewesen (das zweite Bild zeigt einen Größenvergleich zwischen Mensch, Riesenvogel und normalem Urzeitvogel).

Kieferknochen entlarvte Riesenvogel
Der Kieferknochen, den die Forscher um Darren Naish von der britischen Universität von Portsmouth untersucht hatten, misst mehr als 27 Zentimeter. Anhand spezifischer Merkmale stellten die Experten eindeutig fest, dass der Knochen zu einem Vertreter der Vögel gehörte.

Vermutlich habe der Vogel keine Zähne gehabt, schrieben die Wissenschaftler. Bisher sei aus dem Erdmittelalter - dem Mesozoikum, das vor etwa 251 Millionen Jahren begann und vor etwa 65,5 Millionen Jahren endete - nur ein einziger Riesenvogel bekannt: Gargantuavis philoinos. Seine Zugehörigkeit zu den Vögeln wurde allerdings in jüngster Zeit angezweifelt, sodass Samrukia als der einzig gesicherte Riesenvogel des Mesozoikums gelten könnte.

Bilder: John Conway/University of Portsmouth

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