Fr, 25. Mai 2018

Suche nach Kamera

09.08.2011 16:08

Ankläger: Breivik könnte Massaker gefilmt haben

Attentäter Anders Behring Breivik hat das Massaker auf der norwegischen Ferieninsel Utöya möglicherweise selbst mitgefilmt. Laut dem Staatsanwalt berichteten mehrere Überlebende, dass Breivik eine Kamera bei sich gehabt habe. Außerdem habe der mutmaßliche Täter in seinem sogenannten Manifest von einer Kamera geschrieben und die Bedeutung filmischer Dokumentation betont.

Staatsanwalt Hjort Kraby sagte gegenüber der Tageszeitung "Adresseavisen", die Polizei habe Hunderte elektronische Aufnahmegeräte, darunter Handys und Kameras, auf Utöya sichergestellt. Derzeit werden diese Geräte untersucht und aufgenommenes Material von einem speziellen Team analysiert. Es sei aber noch keine Kamera gefunden worden, die er selbst verwendet habe, zitierte die Zeitung den Ankläger.

Die Ermittler schließen nicht aus, dass auf der immer noch zur Spurensicherung gesperrten Insel in einem Fjord nordwestlich von Oslo noch eine möglicherweise bewusst versteckte Kamera gefunden werden könnte.

Ermittlungen gegen lettischen Politiker
Indes hat die lettische Polizei am Dienstag Ermittlungen gegen einen nationalkonservativen Politiker aufgenommen, der nach dem Massaker in Norwegen per Twitter gegen multikulturelle Gesellschaften polemisiert hatte. Mit den Ermittlungen soll geklärt werden, ob der Oppositionspolitiker Janis Iesalnieks mit seinem Tweet zu ethnischem Hass aufgestachelt habe, meldete der baltische Nachrichtendienst BNS.

In seinem kontrovers disktierten Beitrag hatte Iesalnieks die Verfechter einer multikulturellen Gesellschaft als verantwortlich für die Bluttat bezeichnet. Ihre "Islamisierungspolitik" habe Breiviks Tat ausgelöst. Iesalnieks hatte später betont, er habe das Verbrechen keineswegs rechtfertigen wollen. Er kündigte an, bei den Parlamentswahlen im kommenden Jahr nicht anzutreten.

77 Tote bei zwei Anschlägen
Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli mitten im Osloer Regierungsviertel eine Bombe gezündet und anschließend auf der Ferieninsel Utöya Dutzende Menschen erschossen. Bei den beiden Anschlägen sind insgesamt 77 Menschen ums Leben gekommen, viele weitere wurden verletzt.

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