Mi, 21. Februar 2018

Für Atomprogramm

09.08.2011 10:57

Nordkorea bildet Hacker als Goldfarmer aus

Neue Erkenntnisse im Fall der verhafteten nordkoreanischen Hacker, die virtuelles Geld in Millionenhöhe erbeuteten: Laut einem Bericht der "New York Times" soll Nordkorea mit dem Geld neben Luxusgütern für Partei und Militär auch sein Atomprogramm finanziert haben.

Dem Bericht nach wurden die Hacker nach Südkorea entsandt, wo sie populäre Online-Spiele manipulieren sollten, um sogenanntes Goldfarming zu erleichtern, also den Handel mit virtuellen Gütern in den Online-Games. Aufgeflogen sein soll die illegale Finanzierung Anfang August, als fünf Personen in Südkorea festgenommen wurden, die rund 30 junge Computerspiel-Experten koordiniert haben sollen, berichtet die "New York Times".

Den Gamern wird vorgeworfen, mithilfe selbst erstellter Software Server von in Südkorea beliebten Spielen wie "Lineage" (Bild) und "Dungeon and Fighter" geknackt zu haben. So hätten sie Programme eingeschleust, die rund um die Uhr automatisiert und ohne menschlichen Spieler Spielpunkte sammelten. Diese hätten sie auf anderen Websites für viel Geld an Spieler verkauft, die so ihre Avatare verbessern wollten. Auch die illegale Software für das Goldfarming sei weiterverkauft worden, so die Polizei. In etwas weniger als einem Jahr seien so umgerechnet 4,2 Millionen Euro erwirtschaftet worden.

Armee an Programmierern und Hackern in Nordkorea
55 Prozent davon hätten die Organisatoren an ihre 30 Helfer weitergegeben, diese wiederum hätten das Geld in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang überwiesen. Alle Beteiligten sollen in Nordkorea ausgebildet worden sein - das Land habe trotz verheerender wirtschaftlicher Daten eine wahre Armee an Programmierern und Hackern aufgestellt, warnt die Polizei der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Wie viele davon in Südkorea oder anderen Ländern aktiv sind, um im Internet auf kriminelle Art und Weise Geld für den kommunistischen Staat zu erwirtschaften, ist nicht bekannt.

Atomprogramm und Luxusgüter finanziert
Mit den Einnahmen, so sind sich Südkoreas Polizei und US-Experten sicher, finanziere Nordkorea das Atomprogramm und schmuggle Luxusgüter wie Rolex-Uhren ins Land, mit denen sich der Führer Kim Il-sung die Treue der Parteioberen und Militärs erkaufe - während der Großteil der nordkoreanischen Bevölkerung hungert und in Armut versinkt.

Nordkorea hat die Vorwürfe zurückgewiesen und jegliche Verantwortung an den Hackerattacken zurückgewiesen - Südkorea erfinde eine Verschwörung, hieß es aus Pjöngjang.

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