Fr, 23. Februar 2018

Aus 1.500 Einzelteilen

08.08.2011 14:51

Archäologen setzen 2.600 Jahre alte Wand zusammen

Teile einer rund 2.600 Jahre alten bemalten Lehmputzwand aus der Eisenzeit sind am Montag im Landesmuseum für Vorgeschichte im deutschen Halle vorgestellt worden. Archäologen hatten die bemalte Wand vor zwei Jahren bei Grabungen an der ICE-Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle in einer prähistorischen Siedlung nahe Wennungen entdeckt - in rund 1.500 Einzelstücken.

Seitdem haben Experten die Fragmente in mühsamer Kleinarbeit wie bei einem großen Puzzle zusammengesetzt. Nach Angaben von Sachsen-Anhalts Landesarchäologen Harald Meller ist dies der bisher größte Fund von Wandmalerei der Eisenzeit nördlich der Alpen.

"Wir wissen jetzt, dass die Vorzeit nicht grau war, sondern prähistorische Häuser farbenfroh bemalt wurden", sagte Meller. Insgesamt ließ sich aus den zusammengesetzten Teilen ein Wandstück von rund zwei Metern Länge und 1,5 Metern Höhe rekonstruieren.

Ein Stück der bemalten Lehmputzwand werde 2012 in einem neuen Teil der Dauerausstellung in dem Museum in Halle gezeigt, wo auch die berühmte rund 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra zu sehen ist. Die Gesamtmasse der entdeckten Wandreste beträgt rund 200 Kilogramm.

Malereien in Rot, Beige und Weiß
"Möglicherweise zierte die bemalte Wand die Front eines bedeutsamen Hauses", sagte Meller. Dominierende Farben der Malerei seien Rot, Beige und Weiß. Der Farbstoff sei das Eisenoxidmineral Hämatit, auch als Rötel bekannt.

Neben typischen Ornamenten der Eisenzeit wie Dreiecken und sogenannten S-Haken sind nach Angaben der Experten auf den Teilen der Wand auch Ornamente von symbolhaftem Charakter zu erkennen. Die prähistorische Anlage bei Wennungen hatte den Angaben zufolge einst die Größe von mehr als 200 Fußballfeldern. Die bemalten Lehmputzteile lagen in einer der rund 3.000 Siedlungsgruben.

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