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08.08.2011 14:03

Klein, aber oho: "Insanely Twisted Shadow Planet"

In den Wochen und Monaten vor der Ende August in Köln stattfindenden Gamescom herrscht traditionell Spiele-Flaute. Umso erfreulicher ist es deshalb, dass Microsoft im Rahmen seines "Summer of Arcade" mit "Insanely Twisted Shadow Planet" ein überaus originelles Action-Knobel-Game zum Schnäppchenpreis unters Volk bringt.

Ohne großartig Worte der Einleitung zu verlieren, schlüpfen Spieler nach einem kurzen Intro darin in die Haut eines großohrigen Aliens, um ein Raumschiff zu befehligen. Auch wenn es von außen geradezu zerbrechlich aussieht, handelt es sich dabei keinesfalls um ein gewöhnliches Raumschiff, verfügt es doch – ähnlich einem Schweizer Taschenmesser – über äußerst praktische Zusatzfunktionen, die ihm dabei helfen, die verschiedensten Herausforderungen und Rätsel im Laufe des Spiels zu meistern.

Zunächst ist der Funktionsumfang allerdings noch überschaubar. Einzig eine Satellitenschüssel, mit der sich Feinde und Gegenstände scannen lassen, um Weiteres über sie in Erfahrung zu bringen, steht zur Auswahl. Wer die Augen offen und auf der riesigen Karte, deren einzelne Abschnitte sich dem Spieler erst nach und nach erschließen, Ausschau hält, findet jedoch schon bald weitere Extras wie einen Greifarm, einen Laser, eine Art Schaufelrad, um sich durch Gestein zu fräsen, einen Schutzschild oder Lenkraketen, um nur ein paar der Features zu nennen.

So vielfältig wie die Werkzeuge, sind auch die Missionen, in denen die Helfer zum Einsatz kommen: Da gilt es etwa Kristalle so zu positionieren, dass ein Lichtstrahl an eine bestimmte Stelle gelenkt wird, oder Abflussrohre zu versiegeln, um Gänge zu fluten und dadurch einen Schalter zu aktivieren. Was genau zu tun ist, mag nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich sein, doch gerade im Erarbeiten der Rätsel liegt der Reiz des Spiels versteckt. Anstatt eines Handlungsfadens, der durch die Geschichte führt, gibt es lediglich dynamisch wechselnde Ziele auf einer Karte, die es eines nach dem anderen anzufliegen gilt.

Rätselkost und Actioneinlagen vermischen sich dabei zu einem äußerst abwechslungsreichen Abenteuer, das dem Spieler durchaus auch einiges an Geschicklichkeit abverlangt. Beispielsweise, wenn Lenkraketen durch einen dünnen Schacht manövriert werden müssen, um einen Schalter zu aktivieren, oder wenn es sich mittels Greifhaken festzuhalten gilt, um sich, Sturm und Wasserströmungen trotzend, Meter für Meter vorwärts zu arbeiten. Natürlich gibt es auch immer wieder (Boss-)Gegner, derer man sich erwehren muss – sei es mit dem Laser oder einer ausgeklügelten Strategie, die den Einsatz mehrerer Extras verlangt.

Trotz Hotkey-Zuweisung kann es bei der Kombination mehrerer Werkzeuge schnell stressig werden. "Insanely Twisted Shadow Planet" bleibt dabei aber stets fair und spornt geradezu zusätzlich dazu an, es noch ein zweites, drittes oder vielleicht auch viertes Mal zu versuchen. Die Steuerung bietet nur in den seltensten Momenten Anlass zur Beanstandung: Während das Raumschiff mit dem linken Analogstick bewegt wird, dient der rechte der Kontrolle über das jeweils ausgewählte Extra, von denen sich wiederum vier über ein Kreismenü (zu öffnen per RB) den Controllerbuttons zuordnen lassen. Gegriffen, geschossen, gescannt oder gegraben wird dann mittels rechter Schultertaste.

Ebenso spannend wie das Gameplay ist schlussendlich auch die Präsentation, die der Feder von Michel Gagné entstammt. Der kanadische Zeichentrickkünstler, der bereits für Disney und Pixar arbeitete und an die Animationsserie "Star Wars: Clone Wars" Hand anlegte, schuf eine 2D-Welt in Scherenschnitt-Optik, die trotz ihrer kühlen Anmutung ungemein detailverliebt ist und geradezu organisch wirkt. Kurzum: Ein echter Hingucker.

Fazit: "Insanely Twisted Shadow Planet" zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, dass große Innovationen mittlerweile häufiger in kleinen Spielen als in großen Blockbuster-Titeln zu finden sind. Zum Preis von 1.200 Microsoft-Points, umgerechnet rund 15 Euro, bietet der Arcade-Titel massig Rätsel und Action, von der sich so manch namhafter Mitbewerber ein Scheibchen abschneiden könnte. Ganz zu schweigen von der Optik, die sich wohlwollend vom Rest abhebt.

Plattform: Xbox 360 (XBLA)
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 9/10

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