Do, 22. Februar 2018

"Akute Gefährdung"

08.08.2011 12:33

NR-Saal des Parlaments wegen Glasdach gesperrt

Wieder einmal Aufregung um die 300-Millionen-Euro-Baustelle Parlament: Im Nationalratssitzungssaal muss das Glasdach wegen akuter Gefährdung provisorisch saniert werden, der Raum ist deswegen bis Ende August für Führungen gesperrt. Im Herbst soll der Sitzungsbetrieb jedoch wieder aufgenommen werden können. Die Dachreparatur ist die Konsequenz aus einer von mehreren vertiefenden Untersuchungen, sämtliche Ergebnisse sollen Ende August vorliegen. Dann könnte es durchaus weitere böse Überraschungen geben...

Dass die Sommerpause für Renovierungen genutzt wird, war bereits bekannt, nicht aber die Dringlichkeit der Sanierung: Denn während sich das Großprojekt Parlamentsumbau weiter dahinschleppt, müssen gewisse Notmaßnahmen sofort ergriffen werden, damit den Abgeordneten das Dach nicht sprichwörtlich auf den Kopf fällt. Das ist zumindest das Resultat einer vertiefenden glastechnischen Untersuchung des Parlamentsdachs durch einen allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen für Glaserarbeiten.

"Hohe Gefährdungswahrscheinlichkeit"
Demnach wurden beim Wiederaufbau des NR-Sitzungssaals in den 1950er-Jahren Glasarten verwendet, die "nicht die Eigenschaften des heute vorgeschriebenen Verbundsicherheitsglases aufweisen". Daher bestehe eine "hohe Gefährdungswahrscheinlichkeit der darunter befindlichen Personen durch abstürzende Glasflächen und -bruchstücke", so die Parlamentskorrespondenz.

Die Detailuntersuchung des Dachs wurde veranlasst, nachdem das im Februar vorgelegte Gesamtkonzept einige Mängel in diesem Bereich aufgezeigt hatte. Die zuständigen Behörden hatten daraufhin die dringende Empfehlung ausgesprochen, diese "im Hinblick auf ihr Gefahrenpotenzial" von Sachverständigen überprüfen zu lassen und dabei festgestellte akute Gefährdungen unverzüglich zu beseitigen.

Bericht bis Ende August vollständig
Auf Basis des Gesamtkonzepts wurden auch die Bereiche Brandschutz/Entfluchtung, Elektrotechnik, Statik sowie der Bereich Heizungs-, Klima, Lüftungs- und Sanitärtechnik unter die Lupe genommen. Ende August sollen alle Ergebnisse vorliegen. Man rechne damit, dass "in den nächsten Monaten auch in anderen Bereichen provisorische Sicherungsmaßnahmen erforderlich" sind, heißt es aus dem Hohen Haus.

Der NR-Sitzungssaal ist jedenfalls vorerst für Führungen gesperrt, eventuelle Sondersitzungen während der Sommerpause müssten im Bundesversammlungssaal stattfinden.

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