Mo, 28. Mai 2018

Dürre in Afrika

05.08.2011 14:14

Satellitenbild aus Salzburg zählt die Flüchtlinge

Infolge der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren sind am Horn von Afrika rund zwölf Millionen Menschen vom Tod bedroht. In Dadaab in Kenia befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt, wo mittlerweile über 400.000 Menschen leben. Mithilfe eines Satellitenbildes kann das Zentrum für Geoinformatik an der Universität Salzburg die Flüchtlinge im Lager zählen und so der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen helfen.

Die Flüchtlinge müssen in Dadaab bis zu 40 Tage auf die Registrierung warten, dadurch siedeln sie sich unkoordiniert in den Randbereichen des Lagers an. Dadaab besteht aus den überfüllten Camps Ifo, Hagadera und Dagahaley (Bild). Im Rahmen eines bestehenden Kooperationsabkommens beauftragte Ärzte ohne Grenzen das Zentrum für Geoinformatik in Salzburg, anhand eines aktuellen hochauflösenden Satellitenbildes einzelne Behausungen des Flüchtlingslagers Dagahaley zu extrahieren.

Damit sollen Informationen über die räumliche Verteilung der Bevölkerung in einem der drei Flüchtlingslager in Dadaab gewonnen werden, in dem schätzungsweise 130.000 Menschen auf acht Quadratkilometer leben. "Unsere Informationsprodukte unterstützen Ärzte ohne Grenzen gezielt bei der Einsatzplanung und der Nothilfekoordinierung im größten Flüchtlingslager der Welt. Bei dem unfassbaren Ausmaß der Katastrophe ein kleiner, aber dennoch nicht unbedeutender Baustein zur humanitären Hilfeleistung", so Forschungskoordinator Stefan Lang vom Zentrum für Geoinformatik.

Computer erstellt aus Bildern Dichtekarten
Mit Hilfe von automatisierten Bildanalyse-Methoden wurden Zelte und Hütten, die sich vorwiegend in den neuen Bereichen des Camps befinden, voneinander unterschieden. Ebenso wurden Wellblechhütten, die in dem bereits bestehenden Teil des Camps überwiegen, ermittelt. Aus den über 23.000 Einzelbehausungen wurde eine Dichtekarte berechnet, die einen schnellen Überblick erlaubt, in welchen Teilen des Lagers sich besonders viele Flüchtlinge aufhalten. Das Bild sei eine Momentaufnahme, so Lang. Sollte der Flüchtlingsstrom noch weiter stark zunehmen, besteht die Möglichkeit, nach einer Woche eine neues Update zu erstellen.

Ein weiteres Problem ist der steigende Wasserbedarf, der durch die erhöhte Anzahl an Flüchtlingen kaum gedeckt werden kann. Um die benötigten und lebenswichtigen Wassermengen zu gewährleisten, wurde auch eine Karte mit potenziellen Bohrlochstandorten erstellt, sagte Lang. Basierend auf mittelauflösenden Satellitenbilddaten und Höheninformationen wurden lineare Geländestrukturen extrahiert, an deren Kreuzungspunkte man möglicherweise auf Grundwasser treffen kann. Um geeignete Standorte für konkrete Bohrungen auszuwählen, können nun weitere Untersuchungen räumlich eingegrenzt werden.

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