So, 25. Februar 2018

120 Kilometer lang

04.08.2011 16:51

Griechenland baut Graben gegen illegale Einwanderer

Im Kampf gegen illegale Einwanderer aus der Türkei greift Griechenland zu härteren Mitteln. Ein rund 120 Kilometer langer Graben entlang des Grenzflusses Evros soll den Zustrom künftig aufhalten. Das krisengeschüttelte Land rüstet die Grenze bereits seit einiger Zeit auf und hatte erst Anfang des Jahres den Bau eines Zauns entlang seiner Landesgrenze zur Türkei angekündigt.

Der Arbeiten an dem 30 Meter breiten und sieben Meter tiefen Graben haben bereits begonnen. Er soll auch militärischen Abwehr-Zwecken dienen, hieß es. Griechenland und die Türkei streiten sich seit Jahrzehnten über den exakten Verlauf der gemeinsamen Grenze

Die ersten 14,5 Kilometer des Grabens seien bei der Ortschaft Orestiada bereits ausgehoben worden, berichtet die Athener Zeitung "To Vima" in ihrer Onlineausgabe. Die Zeitung veröffentlichte am Donnerstag eine Karte (Bild) mit dem Verlauf des Grabens entlang des Flusses auf der griechischen Seite.

Allein 2010 44 Menschen im Evros ertrunken
Orestiada ist die Provinzmetropole, die von dem Flüchtlingsstrom der vergangenen Monate und Jahre am meisten betroffen ist. Allein 2010 kamen nach Behördenangaben 128.000 Migranten nach Griechenland. In den vergangenen vier Jahren seien es insgesamt 512.000 gewesen.

Viele Menschen versuchen, von der Türkei aus über den Grenzfluss Evros nach Griechenland und damit in die EU zu schwimmen - und sterben dabei. Allein im vergangenen Jahr waren an der Grenze nach UN-Angaben 44 Menschen ums Leben gekommen. 32.500 Einwanderer wurden von Jänner bis November 2010 entlang des Evros ohne Papiere aufgegriffen. Im November wurden dann mehr als 200 Wächter der EU-Grenzschutzagentur Frontex in dem Gebiet stationiert. Nach Frontex-Angaben sank daraufhin die Zahl der illegalen Grenzübertritte um 44 Prozent.

Katastrophale Zustände in Flüchtlingslagern
Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte den Bau des Grabens als Zeichen griechischer Hilflosigkeit. Der Staat sei seit Langem administrativ und politisch unfähig, ein menschenwürdiges Asylsystem aufzubauen, so die Organisation am Donnerstag. Der Graben stehe für eine "Vertiefung der Gräben in Richtung Türkei und eine Verbeugung vor nationalistischen Strömungen" in Griechenland.

Die Landesgrenze zwischen Griechenland und der Türkei ist für Flüchtlinge aus Ländern wie Afghanistan, Irak und Somalia zum Haupteingangstor in die Europäische Union geworden. Fast die Hälfte der illegalen Grenzübertritte in die EU wird hier registriert. Die Zustände in griechischen Flüchtlingslagern gelten als katastrophal und werden von Menschenrechtsorganisationen sowie dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen immer wieder angeprangert.

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