Mo, 19. Februar 2018

BWB ermittelt

04.08.2011 09:54

Verdacht auf Preisabsprachen in Dämmstoff-Branche

Die Bundeswettbewerbsbehörde BWB geht dem Verdacht auf verbotene Preisabsprachen bei Dämmstoff-Herstellern nach. Seit Anfang dieser Woche haben mehrere Betriebe Besuch von Kartell- und Kripo-Beamten bekommen, wie die BWB bestätigte. Die Hausdurchsuchungen - bisher ausschließlich in Österreich - seien aber noch nicht abgeschlossen.

An welchen Orten und bei welchen Firmen die Hausdurchsuchungen stattgefunden haben, will die Wettbewerbsbehörde nicht bekannt geben. Dem Vernehmen nach soll es sich bei den Unternehmen, gegen die der Verdacht auf unerlaubte Absprachen erhoben wird, jedenfalls um drei Branchengrößen handeln - ein Unternehmen der Swisspor-Gruppe, die Firma Austrotherm sowie Steinbacher Dämmstoffe.

Kartell in den 90ern verboten
Es bestehe der Verdacht auf Preisabsprachen, "wir ermitteln noch, es läuft recht intensiv an", hieß es am Donnerstag. Ein Zeuge habe die Vorwürfe der Behörde gemeldet. Demnach habe es Preis- und auch Gebietsabsprachen gegeben, denen man nun nachgehe. In dieser Branche habe es Mitte der 90er-Jahre ein eingetragenes Kartell gegeben, das dann verboten worden sei. Dem Zeugen zufolge sollen diese Absprachen nie aufgehört haben.

Werden über wettbewerbswidriges Verhalten und Preisabsprachen die Konditionen hoch gehalten, trifft dies nicht nur die Häuselbauer über die von der Industrie belieferten Baustoffhändler und Baumärkte. Da der Staat seit Kurzem auch die thermische Häusersanierung stark subventioniert, ist auch Steuergeld im Spiel.

Bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes als Bußgeld
Untermauern die bei den Razzien festgestellten Beweise den Verdacht, würde ein gerichtliches Verfahren eröffnet. Die weiteren Entscheidungen - also allenfalls die Verhängung von Strafen - obliegt dann dem Kartellgericht. Als Höchststrafen blühen Kartellsündern bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes als Bußgelder.

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