So, 20. Mai 2018

Neue Theorie

03.08.2011 15:07

Kollidierte der Mond einst mit zweitem Erdtrabanten?

Schon lange rätselt die Wissenschaft über die auffälligen Unterschiede zwischen den beiden Hemisphären des Mondes. Jetzt glauben Astronomen anhand komplexer Computer-Simulationen den Grund dafür gefunden zu haben. Laut einem Team um Martin Jutzi von der University of California in Santa Cruz ist die Gebirgslandschaft auf der Rückseite des Erdtrabanten durch die Kollision mit einem zweiten Mond, der dereinst unsere Erde umkreiste, entstanden.

Das, so die Forscher, erkläre, warum die der Erde zugewandte Seite überwiegend aus flachen Tiefebenen vulkanischen Ursprungs bestehe, während die Rückseite (Bild 3) ein gebirgiges und stark zerklüftetes Hochland ist. Die nun von Jutzi und seinem Team im Fachmagazin "Nature" präsentierte Entstehungstheorie basiert auf der weit verbreiteten Annahme, dass der heutige Mond vor rund 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist, als ein Himmelskörper von der Größe des Mars mit der Erde zusammenprallte. Das bei diesem Einschlag herausgeschleuderte Material verschmolz dann zu dem Erdtrabanten.

Theorie: Zwei Erdmonde kollidierten
Anhand komplexer Computersimulationen entwarfen Jutzi und seine Mitarbeiter ein weiteres Szenario: Möglicherweise entstand bei jener gewaltigen Kollision noch ein zweiter, kleinerer Erdtrabant mit einem Durchmesser von etwa 1.200 Kilometern. Nach seiner Entstehung kreiste dieser kleinere Himmelskörper demnach Dutzende Jahrmillionen in einer relativ stabilen Umlaufbahn um die Erde, bevor er schließlich mit dem Mond kollidierte.

In der Simulation (Bild 1 und 2) ließen die Forscher den kleinen Erdtrabanten mit einer Geschwindigkeit von 2,4 Kilometern in der Sekunde auf dem Mond aufschlagen. Das führte dazu, dass kein tiefer Krater entstand und auch nicht viel Gestein weggeschmolzen wurde. Sattdessen lagerte sich das Material des kleineren Mondes an der getroffenen Seite des größeren Mondes an (Bild 2), wo es als dicke Schicht quasi "kleben" blieb. Das würde sowohl die Berglandschaft auf der Rückseite des Erdbegleiters als auch den Umstand, dass die Mondkruste dort wesentlich dicker ist als auf der erdnahen Hemisphäre, erklären, so die Forscher.

Gezeitenkräfte für Oberfläche verantwortlich?
Allerdings gibt es auch andere Theorien für die Asymmetrie des Mondes: Eine geht etwa davon aus, dass dafür die Gezeitenkräfte der Erde verantwortlich sind. Vor 4,4 Millionen Jahren, als der Mond noch extrem heiß und zum Teil flüssig war, kneteten ihn diese Kräfte demnach kräftig durch - mit unterschiedlichen Auswirkungen für die Vorder- und die Rückseite.

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