Mi, 23. Mai 2018

Ganz unverblümt

02.08.2011 12:48

Hacker bieten ihre Dienste in Foren zum Spottpreis an

Nachdem Hackerorganisationen seit Monaten Websites auf der ganzen Welt lahmlegen, Milliarden sensible Daten gestohlen haben und trotz einiger Verhaftungen ungerührt ihrer gefährlichen Passion nachgehen, trauen sich Cyberkriminelle immer offener ins Netz. Sie bieten ihre Dienste in Internetforen ganz unverblümt zu einem Spottpreis an.

Nur fünf bis zehn US-Dollar, umgerechnet etwa 3,50 bis sieben Euro, pro Stunde muss der Interessent hinblättern, um sich einen Hacker zu mieten. "Digitale Auftragsmörder" nennt sie Sicherheitsexperte Brian Krebs in seinem Blog "Krebs on Security", der die Machenschaften öffentlich gemacht hat.

Angeboten werden demnach vor allem sogenannte "Distributed Denial of Service"-Attacken (DDoS). Dabei werden Server gezielt mit Anfragen bombardiert, bis sie wegen Überlastung nur noch langsam funktionieren oder ganz zusammenbrechen. Wer dafür sorgen möchte, dass eine Website einen ganzen Tag lang von Hackern außer Gefecht gesetzt wird, muss etwa 40 bis 50 Dollar (28 bis 35 Euro) investieren. Für 350 bis 400 Dollar (etwa 250 bis 280 Euro) wird die gewünschte Seite eine Woche lang blockiert, ab 1.200 Dollar - ca. 845 Euro - kostet der "Service" pro Monat.

Rabatte für fleißige Käufer
Die Geschäftsmodelle sind dabei durchaus wohlüberlegt, so werden etwa mehr Gebühren fällig, wenn das Unterfangen komplizierter ist. Zudem gibt es Rabatte für regelmäßige Käufer und solche, die mehrere Attacken buchen.

Do-It-Yourself-Kits für den Botnetz-Aufbau
Die Hacker nutzen für ihre Angriffe vor allem Botnetze, also PCs unwissender Besitzer, die sie mit Malware infiziert haben und so fernsteuern können. Andere Cyberkriminelle verkaufen Do-It-Yourself-Kits, mit denen Besitzer ihr eigenes Botnetz aufbauen können. Laut der russischen Gruppe sind, wie Krebs berichtet, 15 bis 30 Bots nötig, um kleine Websites lahmzulegen, 250 bis 280 für durchschnittliche und 750 bis 800 für große. Um noch größere Internetseiten mit DDoS-Schutz zum Kollaps zu bringen, seien etwa 2.000 bis 2.500 Bots nötig. Mit 15.000 bis 20.000 Bots schließlich könne man praktisch jede Seite mit sämtlichen Sicherheitsvorkehrungen zusammenbrechen lassen.

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