Mo, 21. Mai 2018

Spiel ausgetrickst

02.08.2011 18:15

USA: Lottospieler dank Schlupfloch ohne Jackpot reich

Nur die Reichen werden reicher: Diesen Werbespruch haben professionelle Lotteriespieler im US-Staat Massachusetts in die Tat umgesetzt. Ohne auch nur einen einzigen Jackpot zu knacken, konnten einige wenige Finanzkräftige in der staatlichen Lotterie mehrere Millionen Dollar an Gewinnen einstreichen. Ihre Strategie: nur zu bestimmten Zeiten teilnehmen und dann im großen Stil Lotteriescheine im Wert von bis zu Hunderttausende Dollar kaufen.

Das Lotteriespiel mit dem Namen "Cash WinFall" (siehe Screenshot) funktioniert nach dem gleichen Spielprinzip wie das heimische "6 aus 45". Ein Einzeltipp kostet dabei zwei Dollar. Den Jackpot gewinnen der bzw. die Besitzer jener Tipps, deren Zahlen zwischen 1 und 46, den per Zufallsprinzip gezogenen sechs Bällen entsprechen. Eine kleine Gruppe raffinierter Spieler hatte jedoch gar kein echtes Interesse daran, den Jackpot zu knacken. Sie begnügten sich mit den kleineren Gewinnausschüttungen mit fünf richtigen Zahlen, die ohne sechs Richtige im Wert steigen.

Reich werden ohne sechs Richtige
Die meiste Zeit über bringt ein Tipp mit fünf Richtigen bei "Cash WinFall" etwa 4.000 Dollar. Doch während sogenannter "Rolldown"-Wochen wird, für den Fall, dass keiner den Jackpot knackt, die gesamte im Pot befindliche Spielsumme auf die Gewinner mit fünf, vier und drei Richtigen aufgeteilt. Abhängig davon, wie viele Lottoscheine verkauft wurden, kann ein Tipp mit fünf Richtigen dann zwischen 20.000 und 100.000 Dollar einbringen. Dementsprechend steigen dann auch die Gewinne für Tipps mit vier und drei übereinstimmenden Zahlen.

Um ein Vermögen einzustreichen, ist es somit nicht erforderlich, sechs Richtige zu tippen. Dieses Schlupfloch erkannt, machten sich mehrere Spieler in Massachusetts, darunter das pensionierte Ehepaar Selbee, daran, die staatliche Lotterie bei ihrem eigenen Spiel zu schlagen. Über das selbst gegründete Wettunternehmen "GS Investment Strategies" kauften die Pensionisten während der jüngsten "Rolldown"-Woche bei einer einzigen "Cash WinFall"-Ziehung Lottoscheine um unglaubliche 600.000 Dollar - mit der Erwartung auf einen wesentlich höheren Auszahlungsbetrag. Was auch gelang: Den Senioren war es laut der Tageszeitung "Boston Globe" alleine in diesem Jahr bisher gelungen, knapp eine Million Dollar an Gewinnen einzustreichen.

Gewinnen dank statistischer Wahrscheinlichkeit
Auch Yuran Lu, ein 28-jähriger Student am MIT, betreibt eine Firma, die bei "Cash WinFall" heuer bereits 765.000 Dollar lukrieren konnte. Lu, die Selbees und einige andere Teilnehmer der Lotterie nutzen die statistische Wahrscheinlichkeit, um ihre Gewinnchancen zu maximieren. Bei einer Ziehung im Mai kassierten sie so satte 1.105 der 1.605 Gewinne.

Wie ein Mathematikprofessor im "Boston Globe" vorrechnete, könne mit einem Kauf von Lotteriescheinen im Wert von 100.000 Dollar eine 72-prozentige Chance erzielt werden, mehr zu gewinnen, als man investiert habe. Durch das Schlupfloch der "Rolldown"-Wochen bei "Cash WinFall" zahle sich die Investition für die Spieler umso mehr aus.

Fünf Top-Spielergruppen und Einzelspieler holen jährlich dank dem Schlupfloch ihre Investition und zusätzlich eine bis sechs Millionen Dollar Gewinn aus dem Lotto-Spiel heraus, so die Analyse des kanadischen Statistikers Mohan Srivastava. Er hatte zuvor einen Fehler in einem kanadischen Rubbellos-Spiel auffliegen lassen, der es ihm möglich machte, die Gewinnlose zu erkennen – ohne sie aufzurubbeln.

Finanzminister schränkte Verkaufsbedingungen ein
Als erste Reaktion auf den Bericht der "Boston Globe" verschärfte der Finanzminister des Bundesstaates Massachusetts noch am Montag die Regeln für die Verkäufer der Lotterieprodukte. Diese sollen pro Tag insgesamt nur mehr Scheine für "Cash WinFall" im Wert von maximal 5.000 Dollar an Kunden verkaufen dürfen. Zudem wird das Spiel im kommenden Jahr eingestellt werden, kündigte der Politiker an.

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