Sa, 18. November 2017

Vom Thron gestoßen

29.07.2011 14:38

Apple und Samsung überholen Nokia in Smartphone-Markt

15 Jahre lang war Nokia der Platzhirsch des Industriezweigs, doch die Zeiten haben sich geändert: Der über viele Jahre unangefochtene Branchenprimus ist im Geschäft mit Smartphones auf Platz drei abgerutscht. Die Finnen verloren laut am Freitag veröffentlichten Branchenzahlen im vergangenen Quartal das Zepter an den iPhone-Hersteller Apple und mussten sich auch von Samsung überholen lassen.

Der Siegeszug der Multifunktionshandys hat die beiden schärfsten Rivalen der Finnen auf die Überholspur gesetzt. Apple räumt mit seinem iPhone ab wie nie: Im zweiten Vierteljahr verkaufte der US-Konzern nach eigenen Angaben den Rekordwert von 20,3 Millionen Stück - obwohl die vierte Version des Smartphones mittlerweile über ein Jahr alt ist.

Samsung kam nach Schätzung von Analysten immerhin auf einen Absatz von 19 Millionen Stück, Nokia hingegen nur auf 16,7 Millionen. Die Südkoreaner profitieren davon, dass sie die stark gefragte Betriebssoftware Android von Google einsetzen. Populär sei vor allem die Galaxy-Reihe von Samsung, sagte Neil Mawston von der Marktforscherfirma Strategy Analytics.

Insgesamt legte der Mobiltelefon-Markt weiter deutlich zu, doch angesichts der Verlangsamung der Weltkonjunktur schwächt sich auch das Branchenwachstum ab. Nach Berechnung der Experten von IDC erreichte es nach 16,8 Prozent im ersten Quartal jetzt nur noch 11,3 Prozent. Die Verkäufe von herkömmlichen Mobiltelefonen gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um vier Prozent zurück - das erste Minus in diesem Bereich seit fast zwei Jahren. In diesem Markt ist Nokia zu Hause, sieht sich aber mit zunehmendem Konkurrenzdruck durch Billiganbieter wie Micromax, TCL-Alcatel und Huawei konfrontiert, wie IDC-Experte Kevin Restivo erläuterte.

Samsung auf dem Weg zur Nummer eins
Im Handy-Gesamtmarkt klammern sich die Finnen mit einem Anteil von 25 Prozent noch an Platz eins. Allerdings ist ihnen auch hier Samsung mit 21 Prozent auf den Fersen. Manche Analysten gehen davon aus, dass die Südkoreaner Nokia bereits im kommenden Jahr überrunden und zum weltweit verkaufsstärksten Mobiltelefon-Hersteller avancieren.

Den Erfolg könnte Samsung gut gebrauchen. Das Handygeschäft wird für den breit aufgestellten Elektronikkonzern immer wichtiger, um die flaue Nachfrage im zuletzt defizitären Flachbildschirm-Bereich und die Schwäche des Hauptstandbeins Chipproduktion auszugleichen. Der Telekommunikationssparte gelang es, ihren operativen Gewinn im vergangenen Quartal auf umgerechnet 1,1 Milliarden Euro (1,67 Billionen Won) mehr als zu verdoppeln.

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