Mo, 20. November 2017

‚Ich zahl die 70 Euro‘

25.07.2011 09:42

Stadtchef Schaden wütend über Strafe für Rad-Unfallopfer

"Das darf ja nicht wahr sein", reagierte Bürgermeister Heinz Schaden empört, als er in der "Krone" las, dass eine 24-jährige Salzburgerin nach einem Radunfall auf dem Gaisberg 70 Euro Strafe zahlen soll. Laut Strafbescheid sei die junge Mountainbikerin nicht den Verhältnissen angepasst gefahren. Der Stadtchef will nun der Frau helfen und die Strafe übernehmen, wenn die Berufung nicht durchgeht.

"Der Gaisberg gehört zu meinen Hausstrecken", verrät Schaden. Daher spricht der bekannteste Radler der Stadt aus Erfahrung: "Ich weiß, dass da niemand in Schrittgeschwindigkeit runterfährt. Rasen kann man aber mit Sicherheit nicht, da die Strecke sehr unübersichtlich und dort teilweise auch wenig Platz ist."

Schwerer Unfall bei Gaisberg-Abfahrt
Die Vorgeschichte: Anfang Juni stürzte eine 24-Jährige mit ihrem Mountainbike, als sie vom Gaisberg abfuhr (siehe auch Infobox). Sie erlitt einen Schädelbruch, eine Schulterverletzung und zahlreiche Abschürfungen. Rettung und Polizei waren vor Ort. Einen Monat später bekam die Frau einen Strafbescheid: Sie soll 70 Euro Strafe zahlen oder 36 Stunden Ersatzfreiheitsstrafe absitzen, weil sie nicht den Verhältnissen angepasst gefahren sei, heißt es darin.

Schaden will Strafe aus "Mountainbiker-Solidarität" zahlen
"Wie wollen die Polizisten denn im Nachhinein feststellen, dass sie zu schnell dran war?", fragt sich auch der Stadtchef. Die Radlerin hat mittlerweile Einspruch gegen den Bescheid eingelegt. "Ich rate der Polizei, die Maßstäblichkeit zu wahren. Mein Appell: Lasst's die Kirche im Dorf", zeigte sich Schaden wütend. Und er hat eine Überraschung für die Sportlerin parat: "Wenn die Berufung nicht durchgeht, soll sich die Frau bei mir melden. Dann übernehme ich die 70 Euro. Aus Mountainbiker-Solidarität!"

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden