So, 22. Oktober 2017

Kuriose Strafe

16.07.2011 10:10

Zu langsam auf Zebrastreifen: 40 Euro Bußgeld

Dass zu schnelles Fahren teuer kommen kann, davon kann so manch rasanter Autofahrer ein Lied singen. Doch dass man auch für zu langsames Gehen einen Strafbescheid - in der Höhe von 40 Euro - ausfassen kann, erfuhr ein 23-jähriger Salzburger Event-Manager und Musiker nach einer Lokaltour mit Freunden am eigenen Leib. Ein Polizei-Einsatzkommando "stellte" die vier auf einem Zebrastreifen.

Philipp Z. weiß nicht so recht, ob er lachen oder sich ärgern soll über die teuren Nachwirkungen einer fröhlichen Nacht mit Freunden. Eines weiß er allerdings genau: "Diese Strafverfügung werde ich beeinspruchen, denn ich bin mir nicht der geringsten Schuld bewusst."

Auf Zebrastreifen von Polizei gestoppt
Was war genau geschehen in dieser langen Nacht vom 10. auf den 11. Juni? "Ich war mit drei Freunden in der Stadt unterwegs und wir wollten bei der Münzgasse auf einem Zebrastreifen die Straße überqueren. Dabei kam uns ein Mann entgegen und fragte mich etwas. Ich blieb stehen, und auf einmal stoppte ein Polizei-Bus, fünf Beamte sprangen heraus und begannen, unsere Personalien aufzunehmen. Es war komisch und gespenstisch zugleich."

Was er und seine Freunde genau angestellt hatten, erfuhr Philipp Z. wenig später, als die Strafverfügung ins Haus flatterte: "Sie haben als Fußgänger zur angeführten Tatzeit im Tatortbereich die Fahrbahn nicht in angemessener Eile überquert und dadurch den Fahrzeugverkehr behindert", heißt es in dem behördlichen Schreiben.

Nun: Die "Tatzeit" war laut Strafbescheid 4.55 Uhr, und es klingt glaubhaft, wenn der junge Musiker versichert: "Es war weit und breit kein Auto zu sehen zu dieser Zeit – bis auf den Polizeibus natürlich, der plötzlich neben uns stoppte."

Strafbescheid für "zu langsames Gehen" selten ausgestellt
Ein Strafbescheid wegen dieses "Deliktes" wird allerdings eher selten ausgestellt, bestätigte der Leiter der Strafbehörde, Hofrat Franz Zauner, gegenüber der "Krone". Dass die Polizeibeamten vor allem am Wochenende in gewissen Bereichen der Stadt wie Rudolfskai oder eben auch im Umfeld der Münzgasse Woche für Woche alle Hände voll zu tun haben, um meist jugendliche Betrunkene von der Straße zu bekommen, sei aber auch unbestreitbare Tatsache.

Doch die vier jungen Leute, die es auf dem Zebrastreifen in der Münzgasse "erwischt" hat, entsprechen nicht unbedingt dem von Zauner beschriebenen "Täterprofil": "Meistens passiert das im Rausch oder es ist eine Provokation aus jugendlichem Leichtsinn heraus. Die Leute sind meist um die 16, 17 Jahre jung."

Eines haben Philipp Z. und seine drei Freunde in dieser Nacht aber wohl gelernt: was den Buchstaben des Gesetzes entsprechende Eile ist.

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