Do, 23. November 2017

Knast-Katzen

15.07.2011 11:20

Samtpfoten helfen Gefangenen bei der Resozialisierung

Katzen haben nicht nur eine allgemein positive Wirkung auf Menschen, sie können sich sogar vorteilhaft auf ihr Sozialverhalten auswirken. Sogar unter erschwerten Bedingungen wie z.B. auf Insassen von Gefängnissen. Haftanstalten in den USA, Australien, Kanada und in der Schweiz haben die Samtpfoten deshalb für sich entdeckt.

„Eine Katze ist eine wichtige emotionale Stütze, Katzen sind vertrauenswürdig, aber sie verurteilen nicht. Sie berühren den Strafgefangenen durch ihre Empfindsamkeit. Und sie lehren ihn, Eigenverantwortung zu übernehmen“, so Prof. Dr. Dennis C. Turner, Präsident des Instituts für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung und Dozent für Heimtier-Ethologie an der Universität Zürich.

Für jemanden da zu sein - eine ganz wichtige Erfahrung für einen Häftling: „Wenn Du im Knast bist, verlierst Du Dein Selbstvertrauen. Eine Katze gibt Dir das Gefühl, dass Dich jemand braucht“, so der ehemalige Insasse der Schweizer Strafanstalt Saxerriet in St. Gallen, Richard Henzi.

Marianne Heimoz, Direktorin der Frauenstrafanstalt Hindelbank in Bern sagt: „Eine Strafgefangene muss lernen, wieder Beziehungen aufzubauen, je länger der Aufenthalt, umso wichtiger ist der Kontakt mit den Tieren“.

Selbstvertrauen, Verantwortungsgefühl und das Gefühl, gebraucht zu werden – das sind alles wichtige Voraussetzungen, die den Strafgefangenen dabei unterstützen, sich nach dem Gefängnisaufenthalt wieder in der Freiheit zurecht zu finden. Nach einhelliger Einschätzung kann eine eigene Katze im Gefängnis diesen Resozialisierungsprozess fördern und - ist die Strafe abgesessen, können die ehemaligen Insassen „draußen“ gemeinsam mit ihrer Samtpfote einen neuen Start wagen.

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