Mo, 20. November 2017

Mord an Paulina

10.07.2011 12:53

So verzweifelt kämpften Ermittler um 14-Jährige

Sie hofften bis zuletzt, die entführte 14-jährige Paulina doch noch retten zu können: Die Ermittler der Mordgruppe des Landeskriminalamts Oberösterreich kämpften 17 Stunden lang verzweifelt um das Leben der Schülerin. Erst dann brachen die Verdächtigen ihr boshaftes Schweigen, sagten, wo sie die Leiche verscharrt hatten.

"Keiner kann sich vorstellen, welcher immense psychische Druck auch auf uns Ermittlern gelastet hat", erklärt Chefinspektor Erich Allmer, Leiter der Abteilung Leib und Leben im Landeskriminalamt: "An und für sich war es für uns ja zunächst ein Entführungsfall. Es gab dann eine Zeugenbeobachtung, die auf den Ex-Gatten der Mutter passte. Wir gaben die Fahndung raus und konnten Vater und Sohn stellen. Bei den Einvernahmen hat sich dann der Verdacht erhärtet, doch wir haben eigentlich kaum etwas in der Hand gehabt. Erst 17 Stunden nach der Tat gab es am Mittwochabend ein Geständnis. Bis dahin haben wir immer die Hoffnung gehabt, dass Paulina doch noch lebt. Und gleichzeitig die Angst, dass sie sich irgendwo hilflos in einer Notlage befindet und ohne unsere Hilfe umkommen wird."

Begräbnis am Montag
Inzwischen laufen die Vorbereitungen für die Verabschiedung Paulinas, von Freunden nur Alina genannt, weiter: Am Sonntag wurde ihr Leichnam in der Pfarrkirche Pfandl aufgebahrt. Am Montag findet dort um 14.30 Uhr die Verabschiedung statt. Die Mutter und die drei Geschwister ließen auf die Parte schreiben: "Wir sind unendlich traurig über ihren unfassbar plötzlichen Tod."

Unfassbar ist nicht nur der Tod des Mädchens, sondern auch, dass Ex-Stiefvater und Ex-Stiefbruder das Mädchen gemeinsam ermordet haben sollen. Der 19-Jährige hatte am 18. Juni noch gemeinsam mit der großen Schwester von Alina am Ischler Gymnasium maturiert, war jahrelang in der Patchwork-Familie mit den vier Neo-Geschwistern aufgewachsen. Doch der Bursche soll seinem Vater in hündischer Treue ergeben gewesen sein.

Gegen den verdächtigen 48-Jährigen werden nun mehrere Vorwürfe laut. Er soll seine Stieftochter zumindest sexuell bedrängt haben, angeblich der Grund für die Trennung von Paulinas Mutter. Die beiden hatten 2009 geheiratet, waren seit Dezember aber getrennt. Die Angst vor einer drohenden Anzeige könnte der letzte Anstoß für die Bluttat gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft Wels, die weitere Details zurückhält, sind die Beschuldigten "tatsachengeständig".

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