Di, 21. November 2017

„Kein Missbrauch“

08.07.2011 18:24

Staatsanwalt stellt Verfahren um tote 17-Jährige ein

Die Staatsanwaltschaft Wels hat das Verfahren gegen sämtliche Beschuldigte, die verdächtig waren, ein Mädchen aus Oberösterreich in Graz missbraucht zu haben, eingestellt. Die 17-Jährige war im Mai in der Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg gestorben. Mehrere Gutachten und Obduktionen ergaben keine Hinweise auf einen tatsächlichen Missbrauch des mutmaßlichen Opfers - damit kommt der Fall zu den Akten, erklärte die Staatsanwaltschaft am Freitag.

Das Mädchen war in der Landesnervenklinik im Zuge einer sogenannten "Schlafkur" - siehe auch Storys in der Infobox - einem Leberschaden erlegen. Man habe die 17-Jährige mit dem künstlichen Tiefschlaf schützen wollten, so der Spitalsbetreiber gespag.

Großeltern und Ex-Richter beschuldigt
Die junge Oberösterreicherin hatte Anfang September 2010 einer Betreuerin in der Nervenklinik erzählt, jahrelang in Graz von ihren Großeltern und zwei Nachbarn, darunter ein pensionierter Richter, gequält und sexuell missbraucht worden zu sein. Der Vorwürfe erregten damals großes Aufsehen, die vier Beschuldigten wurden auch in Untersuchungshaft genommen.

Im Oktober kamen sie wieder auf freien Fuß, nachdem das mutmaßliche Opfer sich bei seinen Aussagen immer mehr in Widersprüche verstrickt hatte und Gutachten positiv für die damals Verdächtigen ausgefallen waren.

Eltern vehement gegen Verfahrenseinstellung
Die Eltern der 17-Jährigen beteuern allerdings nach wie vor die Glaubwürdigkeit ihrer Tochter - sie hätten keine Zweifel. In einer Stellungnahme übten sie am Freitagnachmittag Kritik am Vorgehen der Staatsanwaltschaft.

Die Eltern zweifeln unter anderem das erstellte psychiatrische Gutachten an. Die Verfasserin habe es selbst infrage gestellt und ein Zweitgutachten angeregt. Die Staatsanwaltschaft sei inhaltlichen Fehlern, schlampigen Zitaten und Kürzungen von wesentlichen Zeugenaussagen, die einen neuen Sinn ergeben würden, nicht nachgegangen. Bereits gestellte Anträge zur Aufklärung des Falles seien verworfen worden. Weitere wichtige Anträge hatten wegen der vorschnellen Einstellung gar nicht mehr gestellt werden können, lauten die Vorwürfe.

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