Di, 21. November 2017

Wieder angesiedelt

07.07.2011 11:06

NÖ: Überraschender Nachwuchs bei den Habichtskäuzen

Überraschend früh haben die im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts in Niederösterreich freigelassenen Habichtskäuze Nachwuchs bekommen. Im Biosphärenpark Wienerwald hat der Wildbiologe Richard Zink kürzlich ein kleines Habichtskauz-Küken entdeckt, wie das Projektteam am Donnerstag bekannt gab.

Die Eltern des Kükens hätten im vergangenen Herbst zusammengefunden und im Frühling einen Nistplatz ausgewählt, berichtete Zink. Das Weibchen wurde im Jahr 2009 geboren und im Alter von vier Monaten freigelassen. Das Männchen ist ein Jahr jünger. Wie bei diesen Vögeln üblich, werden sich die Habichtskäuze lebenslang treu bleiben.

Das Paar hat laut Zink im März zu brüten begonnen. Rund ein Monat später ist dann das Junge geschlüpft und hat bereits nach vier bis fünf Wochen den Nistkasten verlassen. Bis zum Herbst wird der junge Habichtskauz aber noch von den Eltern betreut und versorgt. Die Wissenschaftler haben nicht so schnell mit einem Bruterfolg gerechnet. Bei einem ähnlichen Wiederansiedlungsprojekt in Bayern dauerte es zehn Jahre, bis sich Nachwuchs einstellte.

"Meilenstein des Projekts"
"Die erste erfolgreiche Brut ist ein wesentlicher Meilenstein im österreichischen Habichtskauz-Projekt", erklärte Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Die beiden Orte, wo in Österreich Habichtskäuze freigelassen werden, das Wildnisgebiet Dürrenstein und der Biosphärenpark Wienerwald, wurden von den Wissenschaftlern bewusst gewählt. Damit soll eine Vernetzung zwischen den verbliebenen Populationen in Slowenien, der Slowakei und dem wieder angesiedelten Vorkommen im Bayerischen Wald ermöglicht werden.

Lebensraum verschwand und damit die Vögel
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Habichtskauz in Österreich ausgestorben. Seit drei Jahren wird versucht, die einst größte Waldeule des Landes wieder anzusiedeln. Insgesamt wurden mehr als 50 nachgezüchtete Jungtiere freigelassen.

Hauptursache für das Aussterben des Habichtskauzes war das Verschwinden des bevorzugten Lebensraums der Vögel, nämlich lichte Buchenmischwälder. Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Kooperation unter anderem mit dem Land Niederösterreich, den Bundesforsten und der Stadt Wien startete ein Wiederansiedlungsprojekt. Zahlreiche große Nistkästen hoch oben in den Bäumen sollen den Käuzen die Fortpflanzung auch in bewirtschafteten Wäldern erleichtern.

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