Fr, 20. Oktober 2017

Nu-Metal-Comeback

06.07.2011 09:30

Disco Pogo mit Limp Bizkit im Wiener Gasometer

Baggypants und Baseballcaps – was die Wahl der passenden Garderobe anbelangte, herrschte unter den Limp-Bizkit-Fans am Dienstagabend im Wiener Gasometer weitgehend Einigkeit. Auch darüber, dass Fred Durst und Co. trotz jahrelanger Abstinenz nichts verlernt haben: Die ausverkaufte Halle brachten die Nu-Metal-Ikonen von einst jedenfalls spielend zum Beben.

Begleitet von einem Regen aus Plastikbechern, enterten die "schlaffen Kekse" mit leichter Verspätung um 21.45 Uhr die Bühne des bis in die letzten Reihen vollgestopften Gasometers. Sam am leuchtenden Bass, Gitarrist Wes gewohnt ganzkörpergeschminkt, Lethal über allen thronend hinter seinen Turntables und natürlich Frontmann Fred, der das Rampenlicht zur Überraschung vieler mit grüner Kopfbedeckung und Glitzerhandschuh betrat (Bilder siehe oben und in der Infobox). Letzterer verhüllte den obligatorischen Stinkefinger allerdings nur für kurze Zeit.

Drummer Otto verschwand hinter seinen Becken und ward im Laufe des Abends kaum mehr gesehen, heizte das Publikum mit seinem druckvollen Spiel aber getreu dem Motto "Bring that beat back" mit der Eröffnungsnummer "Pollution" von Minute eins an und verwandelte den Gasometer in einen brodelnden, hüpfenden und grölenden Kessel, der sich so schnell nicht mehr abkühlen sollte. Unterbrochen wurden die Wellen sich auf und ab bewegender Fans lediglich von DJ Lethals kurzen Beat-Intermezzos (von "Disco Pogo" über das Ghostbusters-Theme bis zu "Jump Around"), die ein wenig Zeit zum Verschnaufen gaben.

Durst, obwohl eindeutig strahlender Mittelpunkt der ganzen Show, gab sich währenddessen relativ wortkarg, fragte höflich auf Deutsch "Wie geht es dir?", verteilte fleißig Bier an die dürstende Meute und teilte schlussendlich sogar die Bühne mit einem Fan, der sich auf selbige verirrt hatte. "Vienna, we're back", unterstrich er noch kurz, um sich dann wieder ganz den alten Gassenhauern wie "My Generation", "Break Stuff" oder "My Way" zu widmen. Neues hatten der rockende Rapper/rappende Rocker und seine nur im Hintergrund agierenden Mannen ohnehin kaum zu bieten: Vom neuen Album (siehe Infobox) gab es lediglich die drei Songs "Cold Cobra", "Why Try" und "Douche Bag" zu hören.

Die ganz großen Kracher hatten sich Limp Bizkit für die Zugabe aufgespart, deren Anfang das "The Who"-Cover von "Behind Blue Eyes" markierte – für das sich Fred dann übrigens doch noch in sein rotes Mützchen warf. Zu viel Feuerzeug-Romantik wollte die Band aus Florida aber doch nicht aufkommen lassen, weshalb auf die Schnulze schnell die Bretter "Almost Over" und – für die Cineasten unter den Fans – "Take A Look Around", bekannt aus "Mission Impossible 2", folgten. Den Ladys widmete Durst schließlich noch das George-Michael-Cover "Faith", ehe die Band mit dem etwas breiig dargebrachten "Rollin" einen krachenden Schlussstrich unter einen schweißtreibenden, lauten und an nostalgischen Höhepunkten reichen Abend setzte. Ob dieser den Auftakt zu einem Nu-Metal-Revival bildet, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Fotos: Andreas Graf

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